• Neurobefund in fünf Minuten

    Benötigt man wirklich alles, was auf dem Anamnesebogen steht?

     

Neurobefund in fünf Minuten

Der neurologische Teil der Aufnahmeuntersuchung ist oft sehr zeitaufwendig. Aber braucht man wirklich alles, was auf dem Anamnesebogen steht? Hier ein „pragmatischer Weg“.

 

Oben anfangen - unten aufhören!

Die Untersuchung beginnt damit, dass man sich einen „ersten Eindruck“ verschafft. Bebobachtet euren Patienten genau! Ist er wach und orientiert? Leidet er evtl. an einer Aphasie (Sprachstörung) oder Dysarthrie (Sprechstörung)? Reagiert er bei der Untersuchung auf verbale Aufforderungen - oder muss man ihm alles vormachen? Auch Bewegungsmuster, wenn sich der Patient für die Untersuchung entkleidet, können aufschlussreich sein. Dann untersucht ihr nacheinander folgende Aspekte: Reizzeichen, Hirnnerven, Sensomotorik, Reflexe, Koordination. Dabei beginnt ihr jeweils am Kopf - und hört am Fuß auf und achtet darauf, wie sich die Funktionen im Seitenvergleich verhalten.

Für das erste Reizzeichen - die Nackensteife - drückt ihr das Kinn zur Brust. Schmerz oder Widerstand wären bei Meningitis oder Subarachnoidalblutung typisch. Die Seitwendung des Kopfes wäre eher unauffällig. Das zweite Reizzeichen prüft ihr mit dem Lasègue-Test (Abb. 1). Dann folgen die Hirnnerven (Abb. 2). Zur Testung der Sensorik streichen die Untersucherfinger sanft je beidseits über Gesicht, Arme, Rumpf und untere Beine bis zu den Füßen (Abb. 3). Findet man eine Sensorikstörung, sollte man zur besseren Differenzierung auch noch die Warm-Kalt-Testung durchführen. Das geht relativ schnell, indem man Gummihandschuhe mit warmem bzw. kaltem Wasser füllt. Die Spitz-/Stumpf-Diskrimination lässt sich mit einem Holzwattestäbchen überprüfen. Die Motorik testen wir, indem der Patient die Untersucherfinger mit den Händen umschließt oder den Unterarm bzw. das Bein gegen Widerstand beugt bzw. hebt (Abb. 4).

 

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Aus der Zeitschrift "via medici 03/2013"