• Neurologisch, Syndrom, Zika-Virus-Infektion, Komplikationen, Infektion

     

Häufig neurologische Syndrome nach Zika-Virus-Infektionen

Der Zika-Virus-Ausbruch in Brasilien ab 2015 hat hierzulande vor allem wegen der teratogenen Schäden nach der Infektion Schwangerer Schlagzeilen gemacht. Doch auch neurologische Komplikationen bei Nicht-Schwangeren sind häufig – und oft besorgniserregend.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich seit Beginn des Ausbruchs 500 000 bis 1,5 Millionen Menschen in Brasilien mit dem Zika-Virus infiziert haben. In dieser Zeit ist auch z. B. die Zahl der Guillain-Barré-Syndrome (GBS) sprunghaft gestiegen.

Brasilianische Neurologen haben auf der Suche nach den Zusammenhängen alle Patienten, die zwischen dem 5. Dezember 2015 und dem 10. Mai 2016 in der neurologischen Abteilung eines Uniklinikums in der Provinz Rio de Janeiro wegen eines GBS, einer transversen Myelitis oder einer Meningoenzephalitis behandelt wurden, auf eine Zika-Infektion untersucht. Dafür wurden Serum- und Liquorproben mittels PCR und IgM-ELISA ausgewertet, klinische, radiologische (MRT) und elektrophysiologische Befunde herangezogen und der Zustand der Patienten nach drei Monaten erhoben.

Vor allem GBS und Enzephalitis

40 Patienten kamen in diesem kurzen Zeitraum zusammen: 29 mit GBS, 7 mit Enzephalitis, 3 mit transverser Myelitis und 1 mit einer neu diagnostizierten chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyneuropathie. 35 dieser Patienten (88 %) hatten molekulare und/oder serologische Hinweise auf eine akute Zika-Virus-Infektion im Serum oder Liquor. Von den Zika-positiven Patienten hatten 27 GBS, 5 Enzephalitis, 2 transverse Myelitis, 1 chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie. 9 der Zika-positiven Patienten (26 %) mussten intensivstationär behandelt, 5 (14 %) mussten beatmet werden.

Seit dem gleichen Zeitraum 2 Jahre früher (vor dem Zika-Ausbruch) war die Zahl stationärer Aufnahmen von GBS-Patienten von 1,0 pro Monat auf 5,6 pro Monat gestiegen, die Aufnahmen wegen Enzephalitis von monatlich 0,4 auf 1,4 Aufnahmen wegen transverser Myelitis blieben konstant bei 0,6 pro Monat.

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Aus der Zeitschrift: Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 04/2018

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