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    Patienten mit einer Parkinsonschen Krankheit scheint es schwerer als Gesunden zu fallen, anderen Menschen zu vertrauen.

     

Parkinson-Patienten zeigen krankheitsbedingt weniger Vertrauen

Patienten mit einer Parkinsonschen Krankheit scheint es schwerer als Gesunden zu fallen, anderen Menschen zu vertrauen. Darauf lässt das Ergebnis einer Studie österreichischer Wissenschaftler schließen. Die Ursache des Phänomens könnte darin liegen, dass Basalganglien des Großhirns, der frontale Cortex und das limbische System und damit genau jene Hirnareale, die für die Bildung von Vertrauen zuständig sind, durch die Krankheit beeinträchtigt werden. Außerdem werden beim Parkinson Dopamin und Serotonin – und damit Neurotransmitter, die sich auf die Vertrauensbildung auswirken – nur vermindert gebildet, so Studienautor Dr. Andrija Javor aus Linz.

 

In der Studie wurde das Verhalten von zehn weiblichen und zehn männliche Parkinson-Patienten bei einem Computerspiel untersucht und mit dem Verhalten von 20 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Konkret ging es in dem Spiel darum, neutralen „Treuhändern“ eine Geldsumme von bis zu zehn Euro anzuvertrauen. Während die gesunden Probanden den virtuellen Treuhändern eine durchschnittliche Summe von 5,50 Euro übertrugen, waren die Parkinson-Patienten mit nur 3,40 Euro deutlich zurückhaltender. Mit einer eingeschränkten Risikofreudigkeit hängt das laut Javor nicht zusammen. Denn bei einem späteren Würfelspiel waren die Patienten sogar die eher Wagemutigen: Sie fällten im Durchschnitt rund zehn riskante Entscheidungen, bei den Gesunden waren es nur sieben. Auch wenn noch weitere Forschungen in diesem Bereich notwendig sind, tragen die Erkenntnisse laut Javor bereits zu einem besseren Verständnis für die Probleme von Parkinsonkranken bei.