• Pathogenese der Spinalen Muskelatrophie

    Die Spinale Muskelatrophie ist häufigste genetisch verursachte Todesursache bei Kindern.

     

Pathogenese der Spinalen Muskelatrophie

Zusammenfassung

Die Spinale Muskelatrophie (SMA) ist in ihrer schwersten Ausprägung (Typ 1) eine letalverlaufende neurodegenerative Erkrankung bei Kindern. Sie stellt die häufigste genetisch verursachteTodesursache bei diesen Patienten dar und tritt mit einer Häufigkeit von 1:5 000 Geburten auf. Eine Therapiemöglichkeit existiert bisher nicht. Die SMA wird durch Mutation bzw. Deletion des survival of motoneuron 1 Gens (Smn1) hervorgerufen und führt zu einer Degeneration der Motoneurone im Rückenmark. Das SMN-Protein hat wahrscheinlich verschiedene Funktionen: Es dient als Plattform zur Bildung von prä-mRNA Splicing-Komplexen – dieser Splicing-Prozess erfolgt im Zellkern. Darüber hinaus spielt SMN auch eine Rolle in Axonen von Nervenzellen. Unsere Arbeitsgruppe konnte in Vorarbeiten zeigen, dass SMN das Wachstum von Neuriten reguliert und eine Dysregulation des Aktin-Cytoskeletts bei der SMA vorliegt. Dabei wurde ein biochemischer Signalweg identifiziert, der für diese Fehlregulation verantwortlich ist. Es handelt sich dabei um den Rho-Kinase (ROCK) Signalweg – einem wichtigen Schalter für verschiedene neuronale Aktin-abhängige Motilitätsprozesse. Das Molekül ROCK ist dabei auch ein geeignetes Zielmolekül für eine pharmakologische Intervention.

P. Claus, Institut für Neuroanatomie, Medizinische Hochschule Hannover; Zentrum für Systemische Neurowissenschaften, Hannover

Aus der Zeitschrift Klinische Neurophysiologie 2012; 43:203-205

 

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