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    Medikamentöse Therapien verbessern die Behandlungserfolge bei akutem Schlaganfall nachweislich.

     

Schlaganfall – Technik auf dem Vormarsch: Mechanische Thrombektomie

Medikamentöse Therapien verbessern die Behandlungserfolge bei akutem Schlaganfall nachweislich. Eine mechanische Revaskularisation kann das Zeitfenster für eine gelungene Behandlung erweitern. Das Solitaire Flow Restoration Device ist eine neue Generation der Stent-Retriever, die diesen Zweck erfüllen sollen. Um weitere Daten zu der Technik zu sammeln, haben V. M. Pereira et al. die STAR-Studie durchgeführt.

Stroke 2013; 44: 2802–2807

 

Die STAR-Studie (Solitaire Flow Restoration Thrombectomy for Acute Revascularization) war eine international und multizentrisch angelegte, prospektive einarmige Studie, die von Oktober 2010 bis Mai 2012 lief. In die Studie wurden Patienten zwischen 18 und 85 Jahren aufgenommen, die per konventioneller Angiografie nachweislich einen Verschluss einer vorderen intrakranialen Arterie erlitten. Weitere Kriterien waren ein NIHSS-Wert (National Institutes of Health Strokes Scale) zwischen 8 und 30 sowie eine mRS (modifizierte Rankin-Skala) von ≤ 2.

 

Diejenigen Patienten, die innerhalb von 4,5 Stunden in der Klinik ankamen, erhielten zunächst standardmäßig eine intravenöse Thrombolyse. Unabhängig von der verwendeten Medikation wurde anschließend eine mechanische Thrombektomie (MT) durchgeführt. War eine Thrombolyse kontraindiziert, wurden die Patienten direkt zur MT verwiesen. Als erfolgreich galt die Revaskularisation bei einem TICI-Wert (Thrombolysis in Cerebral Infarction) von ≥ 2 b nach max. 3 MT-Durchgängen. Insgesamt nahmen 202 Patienten im Alter von durchschnittlich 72 Jahren an der Studie teil, 60 % davon waren Frauen. Der NIHSS-Wert lag zu Beginn der Behandlung im Mittel bei 17.

 

Effektive Revaskularisation

Eine primäre intravenöse Thrombolyse mittels rtPA (recombinant tissue-type Plasminogen Activator) erhielten 59 % der Patienten. Die Erfolgsrate der Revaskularisation lag bei 79,2 %. Bei den restlichen Studienteilnehmern (20,8 %) wurde zwar ein TICI-Wert von ≥ 2 b erreicht, allerdings erst nach mehr als 3 MT-Durchgängen. Im Mittel benötigten die Ärzte 20 Minuten für die MT. Es waren durchschnittlich 1,5 Durchgänge notwendig. Nach 90 Tagen zeigten 57,9 % einen günstigen neurologischen Verlauf (mRS 0–2). Die häufigste Komplikation war das Auftreten von Gefäßspasmen (23 %), wobei diese nur bei 0,5 % symptomatisch waren. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) traten bei 7,4 % der Studienteilnehmer auf. Die Mortalität lag bei 6,9 %, davon waren 5 % Männer. Bei 18,8 % der Patienten kam es zu intrazerebralen Blutungen, wobei 1,5 % symptomatisch waren.

 

Fazit

Eine Thrombektomie mittels Solitaire Flow Restoration kann eine effektive Revaskularisation bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall bewirken, so das Urteil der Autoren zur STAR-Studie. Die Ergebnisse sprächen für einen wesentlich besseren klinischen Erfolg mit hohen Revaskularisationsraten, niedriger Mortalität und geringem Risiko für klinisch relevante Komplikationen. Laut den Autoren sollten weitere Studien folgen, um den Einsatz dieses Stent-Retrievers gegen eine alleinige medikamentöse Therapie zu testen.

 

B. Rakowitz

Aus der Zeitschrift Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 2014; 82(04): 180