Sepsistherapie auf der neurologischen Intensivstation

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    Sepsen sind auf Intensivstationen die häufigste Todesursache und die Anzahl der Sepsen nimmt mit steigendem Alter exponentiell zu.

     

Die Sepsis ist eine wieder häufiger werdende Erkrankung. Das liegt am demografischen Wandel, an der Zahl immun-supprimierter Patienten und auch an der Multiresistenz der Erreger. Neurologische Aspekte der Sepsis sind wichtig, da das Gehirn schon sehr früh vom inflammatorischen Geschehen betroffen ist, und neuronale Schäden bei Überlebenden im Wesentlichen die Schwere der Invalidisierung bestimmen. Als Einstieg in das Erkrankungsbild der Sepsis werden in der folgenden Übersicht aktuelle Aspekte der allgemeinen Sepsisforschung dargestellt, bevor in einem 2. Teil spezielle neurologische Aspekte behandelt werden.

Infektionserkrankungen und damit auch die Sepsis nehmen in den letzten Jahren wieder stetig an Zahl und Schwere zu. Dies liegt an der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung, der zunehmenden Resistenzlage von Krankheitserregern und einer größer werdenden Zahl immunsupprimierter Patienten. In den industrialisierten Ländern erleiden mittlerweile 300/100 000 Einwohnern eine Sepsis, wobei im höheren Lebensalter eine nahezu exponentielle Zunahme zu verzeichnen ist. Während die Inzidenz einer Sepsis bei einem etwa 40-jährigen bei 50/100 000 liegt, steigt das Risiko bei über 80-jährigen auf über 500/100 000 an. Diese Alterszunahme ist für die Neurologie besonders wichtig, da sie auch Patienten höheren Lebensalters versorgt. Darüber hinaus stellt die Sepsis vor allem ein interdisziplinäres Problem dar: Über alle Intensivstationen gemittelt, ist die Sepsis die häufigste Todesursache.

Für Deutschland rechnet man mit 150 000 Sepsiserkrankungen pro Jahr, wovon ca. 60 000 an den akuten Sepsisfolgen versterben. Die Letalität der Sepsis beträgt entgegen aller intensivmedizinischen Fortschritte nach wie vor 30–40%, die des septischen Schocks sogar 40–70%. Faktoren, die die Letalität erhöhen sind Alter, Rauchen, Alkoholkrankheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Malignome und Leber-Nieren-Erkrankungen.

 

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Aus der Zeitschrift Aktuelle Neurologie 03/2014