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Die sonografische Diagnostik bei Läsion des N. auricularis magnus

Eine Schädigung des Nervus auricularis magnus kann sich z. B. als Folge von Operationen im Gesicht und am Hals, Tumoren, langanhaltender Druckschädigung sowie selten idiopathisch mit der Klinik einer Neuralgie manifestieren.

Sensible Störungen im Versorgungsgebiet des Plexus cervicalis, meist durch Läsionen des N. cervicalis transversus und Nervus auricularis magnus, wurden bei 26% der Patienten nach einer Carotisdesobliteration diagnostiziert. Der Nerv ist auch im Rahmen von kosmetischen Operationen (Facelifting, Narbenkorrektur) aufgrund seiner oberflächlichen Lage und des anatomischen Verlaufs auf der Lamina superficialis der Fascia cervicalis zur Ohrmuschel gefährdet. Der Nervus auricularis magnus entspringt aus den vorderen Ästen des zweiten und dritten Spinalnervs und erscheint zusammen mit anderen zervikalen Nerven am Hinterrand des Musculus sternocleidomastoideus. Der Nerv liegt in unmittelbarer Nähe an der Rückseite der Vena jugularis externa, verzweigt sich später meist in einen vorderen und einen hinteren Ast und zieht subkutan und vertikal-kreuzend in Verlaufsrichtung des Musculus sternocleidomastoideus bis zum Ohr.

Die folgenden Kasuistiken beschreiben eine Läsion des Nervs am Punctum nervorum im Rahmen einer Plexusanästhesie bzw.bei einer Druckschädigung durch Verbandmaterial.

Fallberichte

Fall 1

Der 72-jähriger Patient gab direkt nach einer zervikalen Plexusanästhesie eine Gefühlsstörung der Ohrmuschel und periaurikulär links ohne neuralgischen Schmerzen und Besserungstendenz an.

Die hochauflösende Sonografie mit einer 20 MHz-Sonde zeigte an der mit grün eingezeichneten Stelle am Hinterrand des Musculus sternocleidomastoideus eine segmentale hypoechogene Erweiterung des Nervus auricularis magnus im Querschnitt (Diameter 1,8). An dieser Stelle konnte ein positives Hoffmann-Tinel Zeichen ausgelöst werden. Im weiteren Verlauf nach kranial über den Musculus sternocleidomastoideus war der Diameter des Nervs bei der longitudinalen Beschallung im Seitenvergleich erweitert (links 0,9 mm, rechts 0,5 mm).

Fall 2

Dem 68-jährigen Patienten war für die Zeit einer Schulteroperation ein Verband mit einem unteren straffen getapten Anteil angelegt, der quer über dem Musculus sternocleidomastoideus im mittleren Bereich verlief. Anschließend klagte er über eine Gefühlsstörung im Bereich der linken Ohrmuschel.

In der Nervensonografie 1 Woche nach Auftreten der Symptome fand sich am Punctum nervorum des N. auricularis magnus links eine hypoechogene Erweiterung des Nerven in direktem Kontakt mit der kräftigen Faszie des Musculus sternocleidomastoideus ( siehe Pfeile), an diesem Punkt konnte ein positives Hoffmann-Tinel Zeichen ausgelöst werden. In seinem kranialen Verlauf war anschließend der Nerv longitudinal auf 0,8 mm erweitert, kontralateral 0,5 mm.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Die sonografische Diagnostik bei Läsion des N. auricularis Magnus

aus der Zeitschrift: Klinische Neurophysiologie 04/2018

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