• SOP Hirnnervenläsionen

     

SOP Hirnnervenläsionen

Hirnnerven entspringen vor allem im Hirnstamm und übernehmen die Versorgung verschiedener Körperregionen mit ihren spezifischen Funktionen. Diese SOP beschreibt die häufigsten Ursachen von Läsionen, typische Untersuchungen und die spezielle Diagnostik der einzelnen Hirnnerven.

Allgemeines Vorgehen zur Diagnose

  • Topodiagnose: Hirnnervenläsion vs. pseudo-peripher-neurogene Läsion. Motorische Hirnnervenläsionen können durch Läsionen des ZNS (supranukleäre Läsion), neuromuskuläre Übertragungsstörungen und Myopathien imitiert werden. Bei motorischen oder afferenten Neuronen der Hirnnerven III – XII kann eine Läsion des Kerngebietes (nukleäre Läsion) oder der Nervenfasern im Hirnstamm (faszikuläre Läsion) klinisch und elektrophysiologisch nicht von einer weiter peripher gelegenen unterschieden werden, da es sich um das identische Axon handelt. Insofern kann einer „peripheren“ Hirnnervenläsion eine Hirnstammschädigung zugrunde liegen.
  • zeitliche Dynamik des Auftretens (akut, subakut, chronisch) der Symptomatik
  • Differenzierung zwischen unilateralen, bilateralen (z. B. Guillain-Barré-Syndrom, Miller-Fisher-Syndrom) oder multiplen Hirnnervenausfällen (z. B. Läsion des N. IX, X, XI als Foramen-jugulare-Syndrom oder des N. V, III, IV, VI als Sinus-cavernosus-Syndrom)
  • zusätzliche Symptome: z. B. Schmerzen der lateralen Halspartie bei Karotisdissektion, ipsilaterales Horner-Syndrom zusätzlich zur N.-hypoglossus-Parese
  • Vorerkrankungen: z. B. Erythema migrans als Hinweis auf eine Neuroborreliose

Diagnostischer „Workup“ Bei den 12 Hirnnerven stehen jeweils andere, zum Teil typische differenzialdiagnostische Überlegungen und Syndrome (z. B. A.-carotis-interna-Dissektion bei einseitiger Hypoglossusparese) im Vordergrund, weshalb die Läsionen der einzelnen Hirnnerven getrennt betrachtet werden.

Ursachen Wenn die „Ursache“ der Läsion nicht aufzuklären ist, wird sie oft als „idiopathisch“ bezeichnet. Bei der peripheren Fazialisparese hat das eine lange Tradition. Besser und eindeutiger ist: „Hirnnervenläsion x/y rechts/links unklarer Ätiologie“. Verlaufskontrollen sollten dann geplant werden, da zu einem späteren Zeitpunkt eine Ursache erkennbar werden kann (z. B. Sarkoidose, kleinstes Neurinom, Meningeosis carcinomatosa etc.).

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: SOP Hirnnervenläsionen

Aus der Zeitschrift: Neurologie up2date 1/18

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