• Kompressionssyndrom

     

SOP Kompressionssyndrome peripherer Nerven

Nervenkompressionssyndrome gehören zu den häufigsten neurologischen Störungen. Für die wichtigsten Kompressionssyndrome an Armen und Beinen werden typische Beschwerden und klinische Befunde sowie das standardisierte elektrophysiologische Vorgehen beschrieben. Neben den Mindestanforderungen und den dabei zu erwartenden pathologischen Befunden wird besonderer Wert darauf gelegt, die technischen Probleme und differenzialdiagnostischen Schwierigkeiten darzustellen.

 

ÜBERSICHT/SYSTEMATIK

Periphere Nerven können entlang des gesamten Verlaufs von der Wurzel bis zur terminalen Nervenaufzweigung geschädigt werden. Kommt es an einer physiologischen Engstelle, an einer Stelle mit sehr oberflächlichem Nervenverlauf oder in einem fibrösen Tunnel zu einer Nervenschädigung, so spricht man von einem Nervenkompressionssyndrom. Dies kann durch äußere Ursachen hervorgerufen werden oder endogen sein.

Nervenkompressionssyndrome können durch akuten, intermittierenden, repetitiven oder anhaltenden Druck entstehen. Sie sind gekennzeichnet durch Reizerscheinungen (Parästhesien, seltener Schmerzen), sensible Ausfälle und/oder Paresen.

Allgemeines Vorgehen – von der Diagnose zur Therapie

Allgemeines Vorgehen

Anamnese

  • Vorgeschichte/Zeitpunkt des Auftretens (Druck von außen?)
  • Nervendruckschädigungen betreffen in aller Regel einen Nerv, d. h., je nach betroffenem Nerv finden sich Parästhesien und/oder sensible Ausfälle und/oder motorische Ausfälle, die sich auf das Versorgungsgebiet des Nervs beschränken.

Ziel der elektrophysiologischen Diagnostik (soweit möglich)

  • Lokalisation der Schädigung
  • Art und Ausmaß der Schädigung (Leitungsblock, demyelinisierend, axonal)
  • Zeitpunkt der Schädigung
  • Aussagen zur Prognose
  • Abgrenzung von anderen Störungen

 

SONSTIGES

Differenzialdiagnose

  • radikuläre Schädigungen
  • Immunneuropathie (MMN, Lewis-Sumner-Syndrom)
  • hereditäre Neigung zu Druckparesen (HNPP)

Methoden

  • motorische und sensible Neurografie
  • EMG
  • Nervensonografie

Leitungsblock (Neurapraxie)

  • Amplitudenabnahme bei supramaximaler Stimulation proximal der vermuteten Druckstelle
  • prognostisch günstig

 

FALLEN/PROBLEME

erst nach Abschluss der Waller’schen Degeneration (bis zu 11 Tage) sicher

submaximale Stimulation (bes. bei tiefer liegenden Nerven)

Verwechslung mit Anastomosen

Bei Leitungsblöcken distal der distalen Stimulationsstelle kann kein Amplitudensprung erfasst werden (z. B. Läsion am Handgelenk).

Bei der sensiblen Neurografie ist eine Amplitudenabnahme mit zunehmender Distanz zwischen Stimulation und Ableitung physiologisch.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier SOP Kompressionssyndrome peripherer Nerven

Aus der Zeitschrift Neurologie up2date 02/2020

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