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Stufenadaptierte Therapie des Status epilepticus

Der Status epilepticus ist ein wichtiger neurologischer Notfall, der einer sofortigen medizinischen Behandlung bedarf. Eine Vielzahl von Benzodiazepinen, Antikonvulsiva und Anästhetika wird zur akuten prä- und intrahospitalen Behandlung des Status epilepticus eingesetzt. Da eine lange Statusdauer mit dem Outcome negativ korreliert, ist eine schnelle, ausreichend dosierte und an die Statusschwere angepasste Behandlung essenziell, um das funktionelle Outcome zu optimieren und die Mortalität zu reduzieren.

Epidemiologie

Der Status epilepticus (SE) ist einer der häufigsten Notfälle in der Neurologie, der mit einer erheblichen Mortalität und Morbidität assoziiert ist. Die Jahresinzidenz liegt in Deutschland bei ca. 20/100 000, und es ist mindestens von 16 000 – 20 000 Fällen pro Jahr in Deutschland auszugehen.

Die Krankenhausmortalität des SE liegt durchschnittlich bei 10 – 20% und hängt maßgeblich von der Grunderkrankung, dem Alter und der Refraktärität des SE ab. Beim nonrefraktären Verlauf liegt die Mortalität bei 10%, bei refraktärem Verlauf bei 15% und steigt beim superrefraktären Verlauf auf 40% an.

Der SE ist mit durchschnittlichen stationären Behandlungskosten von ca. 15 000 Euro und einer mittleren Krankenhausverweildauer von 19 Tagen assoziiert.

Definition

STATUS EPILEPTICUS
Als SE werden epileptische Anfälle angesehen, die eine Dauer von 5 Minuten überschreiten bzw. eine Reihe von einzelnen epileptischen Anfällen, zwischen denen keine vollständige Restitution zum vorbestehenden neurologischen Befund eintritt.

Alle semiologischen Formen epileptischer Anfälle können auch als Status epilepticus auftreten.

Bereits im Jahr 1999 wurde die Zeitgrenze von 5 Minuten als operationale Definition eines SE von Lowenstein eingeführt, um die schnellstmögliche Behandlung zu gewährleisten. Bezüglich der Zeitgrenze von 5 Minuten unterscheidet die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie nicht zwischen verschiedenen Anfallsformen, während die Definition der International League against Epilepsy (ILAE) aus dem Jahr 2015 zwei Zeitgrenzen (t1, t2) aufführt, die den Übergang eines Anfalls in Abhängigkeit von der Semiologie in einen SE (t1) definieren und den Beginn (t2) einer neuronalen Schädigung für wahrscheinlich erachten.

Laut Definition der ILAE im Hinblick auf den Beginn einer Behandlung des SE (t1) wird die Zeitgrenze für einen SE generalisierter tonisch-klonischer Anfälle (GTKSE) bei 5 Minuten, für einen SE komplex-fokaler Anfälle bei 10 Minuten und für einen Absencenstatus bei 10 – 15 Minuten gesetzt.

Eine durch den SE verursachte neuronale Schädigung wird ab einer Dauer (t2) von 30 Minuten für den GTKSE und ab 60 Minuten für den SE komplex-fokaler Anfälle angenommen, während es für den Absencenstatus unklar ist, ob und ab wann dieser zu einer Hirnschädigung führt.

Die Phasen eines Status epilepticus

Klinisch werden vier Phasen eines SE unterschieden, die eng mit den in der Folge beschriebenen Behandlungsstufen assoziiert sind. Die genannten zeitlichen Vorgaben gelten für einen GTKSE.

Initialphase
Ein 5 – 10 Minuten andauernder Anfall oder kontinuierliche Anfallsaktivität. Es besteht noch eine relevante Wahrscheinlichkeit des spontanen Sistierens. Die Initialtherapie erfolgt mit einem ausreichend hoch dosierten Benzodiazepin.

Etablierter Status epilepticus
Für mindestens 10 – 30 (maximal 60) Minuten andauernder Anfall/epileptische Aktivität im EEG bzw. Serie von Anfällen, zwischen denen der Patient das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Zusätzlich zur Initialtherapie mit einem Benzodiazepin folgt die intravenöse Gabe eines Antikonvulsivums.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Stufenadaptierte Therapie des Status epilepticus

Aus der Zeitschrift Neurologie up2date 01/2018

 

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