• Lagerungsschwindel

     

Therapie des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels des hinteren Bogengangs - Schritt für Schritt

Der gutartige paroxysmale Lagerungsschwindel (BPPV) ist die häufigste Schwindelerkrankung überhaupt. Er ist eine typische Alterserkrankung, kann aber vom Kindesalter bis ins Senium in allen Altersklassen auftreten. Aufgrund seiner typischen Symptome und mit Hilfe von einfachen Lagerungsmanövern kann der BPPV ohne apparative Zusatzuntersuchungen sicher diagnostiziert und effektiv therapiert werden.

Der gutartige paroxysmale Lagerungsschwindel (BPPV) ist die häufigste Schwindelerkrankung überhaupt (Lebenszeitprävalenz ca. 3 %), wird aber trotzdem oft nicht richtig diagnostiziert. Entsprechend macht der BPPV in Spezialambulanzen bis zu 25 % aller Diagnosen aus.

Ursächlich ist eine rein mechanische Irritation des betroffenen Bogengangs, welche alle klinischen Merkmale des BPPV erklärt: Frei bewegliche Otokonien-Partikel, die fälschlicherweise in den Endolymphschlauch des betroffenen Bogengangs geraten sind, führen dort bei Lagewechsel zu einer unphysiologischen, die Kopfbewegung überdauernden Endolymphströmung und Reizung des vestibulären Sinnesepithels. Dadurch werden Drehsensationen und ein Nystagmus in der Ebene des betroffenen Bogengangs erzeugt (Kanalolithiasishypothese). Unterschieden werden eine idiopathische/degenerative (> 95 % der Fälle, Maximum in der 6.–7. Lebensdekade) und eine symptomatische Form z. B. nach Schädelhirntrauma oder akuter unilateraler Vestibulopathie. Ein BPPV kann einseitig, aber auch beidseitig vorliegen (5 – 10 %).

Der hintere (vertikale) Bogengang ist mit Abstand am häufigsten betroffen (mind. 85 %), davon der rechte etwa doppelt so häufig wie der linke, vermutlich weil Menschen bevorzugt auf der rechten Seite schlafen. Die diagnostischen Provokations- und therapeutischen Befreiungsmanöver für den Lagerungsschwindel des rechten hinteren Bogengangs werden hier Schritt für Schritt dargestellt. Für einen BPPV des linken hinteren Bogengangs sind die Manöver einfach spiegelbildlich nach links beginnend durchzuführen. Bereits wenige Manöver führen in der Regel zu Attackenfreiheit.

Schritt 1 Anamnese

Die Anamnese zielt darauf ab, die Leitsymptome des gutartigen Lagerungsschwindels herauszuarbeiten: Rezidivierende, durch Kopflagerungsänderungen gegenüber der Schwerkraft ausgelöste, nur Sekunden dauernde Drehschwindelattacken, mit oder ohne Übelkeit und Oszillopsien (Scheinbewegungen der Umwelt). Typische Auslöser sind: Hinlegen, Aufrichten oder Umdrehen im Bett und Kopfreklination beim Hochschauen oder Arbeiten über Kopf. Die Beschwerden sind häufig so typisch, dass die Diagnose und oft sogar die betroffene Seite bereits allein aufgrund der Anamnese vermutet werden können.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Therapie des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels des hinteren Bogengangs - Schritt für Schritt

Aus der Zeitschrift Neurologie up2date 02/2020

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