• Schlaganfall

    Hat sich die intravenöse Thrombolyse mit t-PA bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall als erfolgreich erwiesen?

     

Besser früh als spät: Thrombolyse bei Schlaganfall

Die intravenöse Thrombolyse mit t-PA hat sich bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall als erfolgreich erwiesen. Sie sollte so früh wie möglich nach Beginn der Symptomatik einsetzen, meist gelten 4,5 Stunden als obere Grenze. Die zugrunde liegenden Daten sind jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig, da sie auf weniger als 2000 Patienten beruhen. Eine Untersuchung aus Nordamerika beschreibt nun Ergebnisse mit deutlich umfassenderen Zahlen.

JAMA 2013; 309: 2480-2488

 

Auch an großen Zahlen bestätigt sich: Die Erfolge einer t-PA-Gabe bei ischämischem Schlaganfall sind zeitabhängig und umso besser, je kürzer die Zeit bis zum Behandlungsbeginn (onset to treatment, OTT).

Zu diesem Resultat gelangen Saver et al., die dazu Daten des US-weiten Registers GWTG-Stroke ausgewertet haben. Das Register der American Heart Asscociation und der American Stroke Association umfasst knapp 1400 spezialisierte Zentren und Allgemeinkrankenhäuser in den gesamten USA und soll zur Qualitätsverbesserung bei der Behandlung von Schlaganfällen und transitorisch-ischämischen Attacken dienen. Für die jetzt veröffentlichte Auswertung wurden Daten aus 10 Jahren mit insgesamt 58 353 Patienten analysiert, bei denen innerhalb von 4,5 Stunden nach Beginn der Beschwerden eine t-PA-Thrombolyse erfolgt war. Beurteilt wurde die Beziehung zwischen der Zeit bis zum OTT und der Mortalität während des Klinikaufenthalts, funktionellen Einschränkungen bei Entlassung aus der Klinik und symptomatischen intrazerebralen Blutungen. Die mittlere OTT-Zeit betrug 144 min und lag:

  • bei 9,3% der Patienten unter 90 min
  • bei 77,2% zwischen 91 und 180 min
  • bei 13,6% über 180 min

Einige Faktoren waren deutlich mit einem früheren Behandlungsbeginn assoziiert: schwerere Symptomatik gemäß NIHSS (Nationale Institutes of Health Stroke Scale; Odds Ratio [OR] 2,8; 95%-Konfidenzintervall [KI] 2,5-3,1), die Einlieferung über den Rettungsdienst (gegenüber privatem Transport; OR 5,9; 95%-KI 4,5-7,3) und die Aufnahme in die Klinik während der normalen Arbeitszeit (Montag bis Freitag, 7.00 bis 17.00 Uhr; OR 4,6; 95%-KI 2,8-5,4).Insgesamt 5142 Patienten (8,8%) starben im Krankenhaus, und 22 541 (38,6%) wurden in gutem funktionellem Zustand nach Hause entlassen (keine Unterstützung durch Dritte notwendig). Bei 2873 Patienten (4,9%) trat eine intrazerebrale Blutung auf. Eine kürzere OTT-Zeit, in 15-min-Intervallen ausgedrückt, war verbunden mit einer verminderten Kliniksterblichkeit (OR 0,96), verminderten Häufigkeit symptomatischer intrazerebraler Blutungen (OR 0,96) und verbessertem funktionellem Zustand bei Entlassung (OR 1,04; jeweils p<0,001).

 

Fazit

Diese Auswertung einer großen Zahl repräsentativer Patienten zeigt, dass bei ischämischem Schlaganfall tatsächlich ein kürzeres Intervall zwischen Symptombeginn und Behandlungsbeginn mit einem besseren Ergebnis verbunden ist, so die Autoren.

 

Dr. med. E. Ruchalla, Trossingen
Aus der Zeitschrift DMW Dtsch med Wochenschr 2013; 138(42): 2129