•  Hufeisen Transkranielle Stimulatiionsverfahren

     

Transkranielle Stimulationsverfahren 2011

Jüngere Arbeiten haben zu einem vertieften Verständnis transkranieller elektrischer und magnetischer Stimulationsverfahren beigetragen.

Bei der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) wird im Grundlagenbereich vermehrt die Theta-Burst-Technik eingesetzt. Mit dieser gelingt es, mit weniger Reizen stärkere Nacheffekte im Vergleich zu repetitiven transkraniellen Stimulationsverfahren mit unmodulierten Reizabfolgemustern zu erzielen.

Als weitere Sonderform kann die Quadro-Puls-Technik angesehen werden, die aufgrund des hohen technischen Aufwandes derzeit jedoch nur von einem Labor betrieben wird. Der Val-Met-Polymorphismus des BDNF-Gens scheint bei der Effizienz der Theta-Burst-Stimulation eine wesentliche Rolle zu spielen. Durch einfache Verlängerung der Stimulationsdauer lässt sich nicht eine beliebige Verlängerung der Nacheffekte erzielen, diese können sogar ins Gegenteil verkehrt werden. Dies gilt auch für die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS).

An neuen Verfahren ist hier die transkranielle Rauschstromstimulation (tRNS) sowie die Wechselstromstimulation (tACS) hinzugekommen. Im Bereich zwischen etwa 5 und 40 Hz werden hierdurch Phosphene, am ehesten retinal, erzeugt, im Bereich von 100 bis 250 Hz wahrscheinlich hochfrequente neuronale Oszillationen im sogenannten Ripplefrequenzbereich angeregt sowie neuerdings durch Stimulation im kHz-Bereich über eine Interferenz mit neuronalen Membranen Plastizität erzeugt.

W. Paulus, Abteilung für Klinische Neurophysiologie, Universitätsmedizin Göttingen

Aus Zeitschrft Klinische Neurophysiologie 2012. Vol. 43,  Nr. 1, S.11-15

>> Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel: Transkranielle Stimulationsverfahren 2011