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Unterschiede in der Selbst- und Fremdbeurteilung der Lebensqualität bei Demenz

In Deutschland zählt die Demenz vom Alzheimer-Typ (AD) mit über 600 000 Patienten zu den häufigsten Erkrankungen des höheren Lebensalters, wobei zukünftig von einer weiteren Zunahme der Betroffenen auszugehen ist. Die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (LQ) stellt ein zentrales, patientenrelevantes Versorgungsziel von Personen mit AD und leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB) dar. Vor diesem Hintergrund ist eine möglichst valide und reliable Erfassung der LQ erforderlich.

Die LQ beschreibt ein komplexes, multidimensionales Konstrukt, das physische, psychische und funktionale Aspekte umfasst und der subjektiven Bewertung unterliegt. Aufgrund der kognitiven Defizite erfolgt bei Patienten mit AD und LKB neben der Eigenbeurteilung häufig ergänzend oder ersatzweise eine Fremdbeurteilung der LQ. Aus früheren Studien ist bekannt, dass Angehörige die LQ der Patienten häufiger schlechter beurteilen als die Patienten selbst. Als relevante Einflussfaktoren der Bewertungsunterschiede wurden dabei u. a. eine reduzierte Krankheitseinsicht und Alltagsfunktionalität sowie psychische und Verhaltensstörungen beschrieben. Auch eine hohe Belastung und psychische Erkrankungen der Angehörigen waren mit dem Beurteilungsunterschied assoziiert. Da die LQ bei Patienten mit AD und LKB ein wichtiges Ziel der gesundheitlichen Versorgung darstellt und klinische bzw. gesundheitspolitische Entscheidungen an diesem Ziel ausgerichtet sind, ist eine Analyse der Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdbeurteilung notwendig.

In Deutschland wurden bisher kaum Studien durchgeführt, in denen Unterschiede hinsichtlich der Eigen- und Fremdbeurteilung der LQ von Patienten mit AD und LKB analysiert wurden. Es soll daher geprüft werden, ob soziodemografische Parameter der Patienten und ihrer Angehörigen sowie klinische Faktoren (Kognition, Alltagsfunktionalität, psychische und Verhaltensstörungen) mit dem Beurteilungsunterschied assoziiert sind.

 

Studiendesign

In einer multizentrischen Querschnittstudie wurde die Versorgungssituation von insgesamt 395 zu Hause (n = 272) und in Pflegeeinrichtungen (n = 123) lebenden Patienten mit LKB und AD sämtlicher Schweregrade evaluiert. Für diese Publikation werden ausschließlich zu Hause lebende Patienten berücksichtigt, die ihre LQ höher bewerteten als ihre nächsten Angehörigen (n = 241).

Die Datenerhebung wurde von Februar 2009 bis Juli 2010 im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Gießen durchgeführt (Ethikkommission der Philipps-Universität Marburg: AZ 46/08 und Ethikkommission der Landesärztekammer Hessen: MC 29/2009). Die Rekrutierung erfolgte konsekutiv in folgenden Studienzentren: Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Marburg, niedergelassene Hausärzte und Neurologen im Raum Marburg-Biedenkopf und Gießen sowie Gedächtnisambulanz der Philipps-Universität Marburg. Nach den Kriterien des National Institute of Neurological and Communicative Disorders and Stroke and Alzheimer’s Disease and Related Disorders Association (NINCDS-ADRDA) wurden Patienten mit einer klinisch wahrscheinlichen AD oder LKB eingeschlossen . Ausgeschlossen wurden Patienten mit anderen primären oder sekundären Demenzformen. Für eine detaillierte Beschreibung des Studiendesigns wird auf 2 frühere Publikationen verwiesen.

 
Gesundheitsbezogene Lebensqualität – QoL-AD

Zur krankheitsspezifischen Eigen- und Fremdbeurteilung der LQ wurde der Quality of Life-Alzheimer’s Disease Fragebogen (QoL-AD) eingesetzt. Dabei werden 13 Items auf einer 4-stufigen Likert-Skala (1 = schlecht; 2 = zufriedenstellend; 3 = gut; 4 = ausgezeichnet) beurteilt, woraus sich ein Gesamtwert von minimal 13 und maximal 52 Punkten ergibt. Die LQ wird umso besser beurteilt, je höher der Punktwert ist.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Unterschiede in der Selbst- und Fremdbeurteilung gesundheitsbezogener Lebensqualität bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenz vom Alzheimer-Typ

Aus der Zeitschrift Psychiatrische Praxis

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Psychiatrische Praxis
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