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    Zur Vorbeugung von Kopfschmerzen nach einer Lumbalpunktion empfehlen viele Ärzte Bettruhe und/oder vermehrte Flüssigkeitszufuhr. Zurecht?

     

Verhindert Bettruhe Kopfschmerzen nach Lumbalpunktion?

Einleitung:

Nach einer Lumbalpunktion leiden Patienten häufig an Kopfschmerzen (post dural puncture headache, PDPH). 90% der PDPH entwickeln sich innerhalb von 3 Tagen. Zur Vorbeugung empfehlen viele Ärzte Bettruhe und/oder vermehrte Flüssigkeitszufuhr.

 

Studien:

In das Cochrane-Review von Arevalo-Rodriguez et al. wurden 23 randomisierte kontrollierte Studien mit 2477 Probanden eingeschlossen, die lumbalpunktiert worden waren. Verglichen wurden frühe Mobilisierung vs. Bettruhe, ggf. (zusätzlich) horizontale Position vs. Kopftieflage, sitzend vs. liegend sowie in zwei Studien vermehrte Flüssigkeitsaufnahme oral oder intravenös vs. weniger oder keine zusätzliche Flüssigkeit.

 

Ergebnisse:

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von PDPH war nach Bettruhe nicht statistisch signifikant geringer als bei Mobilisierung: 26,4% bei Bettruhe vs. 20,5% bei Mobilisierung (Relatives Risiko [RR] 1,30; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,09-1,55). Sehr starke Kopfschmerzen erlitten 10,6% vs. 10,7% (RR 1,0; 95%-KI 0,75–1,32) der Patienten; 33,6% vs. 28,6% litten an irgendeiner Art von Kopfschmerz. Die zwei Studien zur Flüssigkeitszufuhr fanden ebenfalls keinen Effekt auf PDPH.

 

Fazit der Cochrane-Autoren

Laut den Daten bringe Bettruhe nach einer Lumbalpunktion keinen Nutzen gegenüber Mobilisierung. Die Ergebnisse bezüglich vermehrter Flüssigkeitszufuhr seien unklar. Daher raten die Autoren von entsprechenden Empfehlungen der Ärzte an ihre Patienten ab.

 

Dr. med. Susanne Meinrenken, Bremen

Aus der Zeitschrift DMW Deutsche medizinische Wochenschrift 2013; 138(48): 2451