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Virale Infektionen des zentralen Nervensystems und Neuro-Aids: was ist neu?

Virale Enzephalitiden sind in Westeuropa vergleichsweise selten, gehören aber weltweit zu den häufigsten Erkrankungen, die zu einem Leben mit Behinderung führen. Die Differenzialdiagnose bezüglich der Erreger ist einerseits sehr weitreichend, andererseits ist die rechtzeitige Diagnose und rascher Beginn einer Therapie für das Outcome unerlässlich.

Durch sogenannte Emerging Viruses wie West-Nil-Virus, Usutu-Virus, Zika-Virus oder Dengue-Virus – durch den Klimawandel in unseren Breiten inzwischen anzutreffende Viren – ist die Differenzialdiagnose nicht einfacher geworden. Dazu kommt, dass sich die Situation bezüglich Neuinfektionen mit HIV nur wenig entspannt hat und hier die neurologische Mitbeteiligung nach wie vor eine wichtige Rolle spielt.

 

MERKE

Insofern sind vor diesem Hintergrund Kenntnisse zu viralen Infektionen des ZNS im klinischen Alltag unabdingbar, um rasche und richtige Entscheidungen für die Initiierung der notwendigen Therapie treffen zu können.

Epidemiologie

Epidemiologische Studien zeigen eine Inzidenz der viralen Enzephalitis von 0,07 bis 12,6/100 000 Einwohner pro Jahr. Bei Kindern wie auch bei älteren Personen über 65 Jahren ist die Inzidenz jedoch deutlich höher:

Kinder < 1 Jahr: 10,7/100 000 Einwohnern pro Jahr,

Personen > 65 Jahre: 8,1/100 000 Einwohnern pro Jahr.

Die häufigsten Enzephalitiden des Erwachsenenalters in Europa sind Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ 1, Varicella-zoster-Virus (VZV), Epstein-Barr-Virus (EBV), Mumps-, Masern- und Enteroviren wie Coxsackie A und B und ECHO-Virus. Die Inzidenz der HSV-Typ-1-Enzephalitis ist dabei seit Jahren gleichbleibend bei etwa 1–4 Fälle/1 Mio. Einwohner pro Jahr.

Weltweit gesehen ist die Japan-Enzephalitis mit ca. 50000 Fällen pro Jahr die häufigste Enzephalitis. Es gibt starke saisonale wie auch regionale Schwankungen, was gerade die Masern-Epidemie der letzten Jahre aufgrund von Ressentiments gegen Impfungen speziell in urbanen Bereichen wie Berlin deutlich machte. Die Infektion mit Influenza A und B kann ebenfalls zu einer Enzephalitis führen.

 

MERKE

Wichtig in der Einschätzung epidemiologischer Daten ist, dass selbst mit den heutigen sensitiven PCR-Methoden in 50–75 % der Fälle der Erreger weder aus dem Liquor noch aus dem Blut identifiziert werden kann.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: Virale Infektionen des zentralen Nervensystems und Neuro-Aids: was ist neu?

Aus der Zeitschrift: Neurologie up2date 01/2020

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