Orthopäden: Dumm und stark?

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Orthopäden sind gar nicht so dumm, wie immer alle behaupten. Dies zeigt eine prospektive Multicenterstudie mit drei teilnehmenden Kliniken in England.

Auf diese Studie haben wir schon lange gewartet, obwohl wir das Ergebnis doch im tiefsten Inneren schon längst kannten. Und doch verbreitete sich Ihre Kernaussage wie ein Lauffeuer über die orthopädischen Institutionen des Kontinents.

Veröffentlicht wurde die Studie übrigens in der „Christmas 2011“-Ausgabe des Journals. Hätte man ihre euphorische Auswirkung auf die lange Zeit geschundene Orthopädenseele noch treffender beschreiben wollen, hätte dort vielleicht auch „Christmas and Easter 2011“ stehen können. Doch der Reihe nach …

Sich über orthopädische Kollegen lustig zu machen, ist seit jeher ein beliebter Zeitvertreib in deutschen – und offensichtlich auch englischsprachigen – Operationssälen. Eine landläufige Meinung besagt, dass Orthopäden für die Ausübung ihres Berufes vor allem brachiale Gewalt benötigen und ein gewisses Maß an Unwissenheit dabei alles andere als von Schaden ist. Auf den Punkt gebracht wird das orthopädische Stereotyp durch ein englisches Sprichwort, auf das auch im englischen Originaltitel der Studie angespielt wird: Stark wie ein Ochse und beinahe halb so schlau. Den Wahrheitsgehalt genau dieses Klischees sollte diese Studie überprüfen, indem die Greifkraft und die Intelligenz der orthopädischen Kollegen aus drei Allgemeinkrankenhäusern bestimmt wurden.