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Endoprothetik der Fingermittelgelenke

Der Gelenkersatz der Fingermittelgelenke wurde erstmals 1959 erfolgreich durchgeführt. Seitdem wurde eine Vielzahl von Implantaten vorgestellt, die mehrheitlich wieder vom Markt verschwunden sind. Bewährt hat sich insbesondere der Silikongelenkersatz. Zunehmend zeigt aber auch der moderne Gelenkersatz mit anatomischen Prothesen erfreuliche Resultate. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Implantate, Indikationen und operativen Behandlungsschritte.

Die primäre Arthrose des Fingermittelgelenks ist eine häufige Erkrankung der älteren Patienten und wurde bereits durch Charles Bouchard (Pathologe in Paris, 1837–1915) vor über 100 Jahren schriftlich erwähnt. Diese meist familiär gehäuft auftretenden Gelenkdestruktionen können isoliert oder an mehreren Gelenken gleichzeitig (Fingerpolyarthrose) auftreten. Dagegen sind posttraumatische Gelenkzerstörungen oder entzündliche Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Gichtarthropathie usw.) deutlich seltener als die primäre Form der Fingergelenkarthrose.

Im Gegensatz zu den Endgelenken nimmt das proximale Interphalangealgelenk (PIP) wie auch das metakarpophalangeale Gelenk (MCP) einen hohen Stellenwert in der gesamten Handfunktion ein. Neben dem Grundgelenk (MCP), welches den Finger im Raum platziert, ist das PIP für rund 40 % der gesamten Bewegungsamplitude eines Fingers verantwortlich. Während an den radialen Strahlen des Zeige- und Mittelfingers die Stabilität des Gelenks beim Zangengriff zum Daumen eindeutig im Vordergrund steht, ist an den ulnaren Strahlen des Ring- und Kleinfingers eine gute Beweglichkeit zum Umgreifen von kleinen Objekten essenziell. Dementsprechend wird im Gegensatz zu der eher bevorzugten Arthrodese an den Fingerendgelenken (DIP) am Mittelgelenk ein bewegungserhaltender Eingriff mit einem Kunstgelenk favorisiert.

Die Implantation eines Kunstgelenks für Fingermittelgelenke stellt heute ein etabliertes handchirurgisches Verfahren dar. Welches Implantat in welchen Situationen an den unterschiedlichen Fingerstrahlen mit welchem Zugang gewählt werden sollte, ist von mehreren Einflussfaktoren abhängig. Diese werden im Folgen vorgestellt und diskutiert.

 

MERKE
Beim Fingermittelgelenk wird ein bewegungserhaltender Eingriff mittels eines Kunstgelenks bevorzugt.

Geschichte

1959 berichteten Brannon u. Klein als erste über einen alloarthroplastischen Gelenkersatz am PIP und MCP, wobei die Prothese aus einem einfachen Metallscharnier bestand und bei 12 Patienten implantiert wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde lediglich über diverse Weichteilinterpositionsarthroplastiken bzw. Resektionsarthroplastiken berichtet, aber keine Technik konnte sich als Behandlungsstandard etablieren. Aufgrund zunehmender Prothesenlockerungen nahm der Enthusiasmus, der von Brannon u. Kleins Artikel ausging, jedoch schnell wieder ab.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Endoprothetik der Fingermittelgelenke
aus der Zeitschrift Handchirurgie Scan 03/2020

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Quelle

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