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Frakturen und Gelenkverletzungen an der oberen Extremität beim Kind. Teil1

Im 1. Teil des Beitrags werden die Therapien von Verletzungen des Schultergürtels, Oberarms und Ellenbogens behandelt. Frakturen im Kindesalter unterscheiden sich durch das noch wachsende Skelett sowie durch die Frakturmorphologie grundlegend von Frakturen im Erwachsenenalter.

Durch die noch offenen Epipyhsenfugen besteht bei Kindern ein hohes Korrekturpotenzial, welches häufig eine konservative Therapie ermöglicht. Dies gilt insbesondere für die deutlich häufiger auftretenden Schaftfrakturen. Bei Gelenkfrakturen darf jedoch nicht von einer Spontankorrektur ausgegangen werden, Dislokationen dürfen hier nicht toleriert werden und bedürfen einer operativen Korrektur.

Aufgrund dieser Voraussetzungen unterscheiden sich auch die operativen Versorgungstechniken von denen der Erwachsenentraumatologie und müssen dem biologischen Skelettalter entsprechend angewendet werden.

Frakturen von Klavikula, AC-Gelenk, Sternum und Skapula

Unter den Frakturen des Schultergürtels finden sich am häufigsten Klavikulafrakturen. Verletzungen des Schultereckgelenks und des Schulterblatts (< 1% der Frakturen) sind im klinischen Alltag hingegen Raritäten. Skapulafrakturen erfordern in der Regel eine hohe Gewalteinwirkung und treten häufig als Kombinationsverletzungen auf (z. B. Korakoidabrissfrakturen mit lateralen Klavikulafrakturen und AC-Gelenkverletzungen, Skapulablattfrakturen mit Rippen- oder Wirbelfrakturen). Auch Sternumfrakturen weisen eine geringe Inzidenz auf und werden meist durch Gurtläsionen verursacht.

Bei Kleinkindern sollte im Schulterbereich aufgrund der hohen Inzidenz zunächst an eine Fraktur der Klavikula gedacht werden.

Klassifikation
Die am häufigsten angewendete Klassifikation für Klavikulafrakturen ist die nach Allmann. Die Allmann-Klassifikation unterteilt in

-Frakturen des mittleren Drittels (I),
-Frakturen des lateralen Drittels (II),
-Frakturen des medialen Drittels (III).

Des Weiteren unterscheidet man Klavikulafrakturen nach

-undisloziert (a),
-disloziert (b) und
-mehrfragmentär (c).

Frakturen im Bereich des mittleren Drittels sind am häufigsten und können als Stauchungs- oder Grünholzfrakturen auftreten.

Frakturen im Bereich des lateralen Drittels werden nach Dameron und Rockwood unterteilt ([Abb. 1]). Bei Läsionen der lateralen Klavikula bleiben die korako- und akromioklavikularen Bänder häufig unverletzt, während der Periostschlauch zerreißt und das proximale Ende der Klavikula austritt („Banana Peeling“). Je nach Ausdehnung der Spaltung des Periostschlauchs und Dislokation der Klavikula erfolgt die Einordnung in die Rookwood-Typen III – VI.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Frakturen und Gelenkverletzungen an der oberen Extremität beim Kind. Teil 1

 Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 3/2018

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