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Funktionelle Kniestabilität im Handball: Ein unverzichtbares Kriterium für sicheren Sport

Athleten im Handballsport sind immer höheren Belastungsumfängen und -intensitäten ausgesetzt. Um einen Leistungseinbruch durch Verletzungen und damit verbundenen Zwangspausen zu verhindern, sind evidenzbasierte Trainingsprogramme von zunehmender Wichtigkeit.

Es gilt, konditionelle Merkmale zu verbessern, um handballspezifische Fähigkeiten zu optimieren und hierdurch Verletzungen vorzubeugen. Neben kognitiven Fähigkeiten schafft erst eine auf die Funktion abgestimmte physische Ausgangssituation (Koordination, Kraft, Ausdauer, Technik) die Voraussetzung zu sportlichen Höchstleistungen. Trotz dieser Erkenntnis zählt Handball in Deutschland zu den verletzungsreichsten Sportarten. Mit 15,2 % an Sportverletzungen im Vereinssport liegt der Handball an zweiter Stelle hinter dem Fußball. Vergleicht man die durchschnittliche Anzahl an Verletzungen pro eingesetzten Spieler, so übersteigt die Anzahl der Verletzungen im Handball jene im Fußball sogar (2,7 Verletzungen vs. 2,5 Verletzungen). Auch die Medien berichten immer wieder über Verletzungen von Handballspielern. So auch im Juni 2017. Simon Ernst, der 23-jährige Mittelmann des VFL Gummersbach, zog sich beim Training mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft in Frankfurt einen Riss des vorderen Kreuzbandes am rechten Knie zu. „Für Simon tut uns das sehr leid. Das ist für ihn unheimlich bitter. Wir drücken ihm und Gummersbach die Daumen, dass er möglichst schnell wieder zurückkehrt (...)“, sagte Bundestrainer Christian Prokop. Doch was bedeutet möglichst schnell wieder zurückkehren und welche Entscheidungskriterien gibt es für die Rückkehr in den Sport? Eine detaillierte Kenntnis über die funktionelle Stabilität stark beanspruchter Gelenke ist eines der wichtigsten Kriterien zur Beurteilung der Sportfähigkeit innerhalb des Ballsports, insbesondere nach Verletzungen. Dabei ist der oft chirurgisch wiederhergestellte Zustand (norwegische Daten von 57 Krankenhäusern berichten von ca. 2800 primären vorderen Kreuzband-Operationen innerhalb von 18 Monaten) des aktiven sowie des passiven Bewegungsapparates ausschlaggebend. Obwohl das Knie im Handballsport das am häufigsten verletzte Gelenk ist und somit nach wie vor das größte Problem im Handball darstellt, weist der bisherige Forschungsstand zur funktionellen Stabilität im Handballsport deutliche Lücken auf. Die Zahl der Untersuchungen zu dieser Problematik nimmt erst in den letzten Jahren zu. Die meisten Daten wurden jedoch im Profibereich erhoben. Eine Übertragung der Ergebnisse auf andere Spielklassen ist somit nur eingeschränkt möglich. Zumindest unterscheiden sich die Trainingsfrequenz, der Trainingsumfang, das physiologische Leistungsniveau, die Intensität der sportmedizinischen Betreuung und die persönliche Erwartungshaltung der Sportler in beiden Bereichen. Studien konnten zwar herausfinden, dass sich die körperliche Fitness von Profisportlern im Vergleich zu Nicht-Profisportlern unterscheidet, objektivierbare Daten der funktionellen Kniestabilität zur Übertragbarkeit auf den Freizeitsportler fehlen jedoch.

In einem Bericht der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) äußerten weiterhin über 90 % der befragten Operateure, dass sie sich trotz ihrer Erfahrung eine valide praxistaugliche Testbatterie bei der Frage nach dem Zeitpunkt des return to sport (RTS) bzw. return to competition (RTC) wünschen. Der nachfolgende Beitrag soll den aktuellen Forschungsstand im Handballsport bezogen auf die funktionelle Kniestabilität abbilden.

Funktionelle Stabilität am Kniegelenk

Handball gehört zu einer körperbetonten Sportart, die nicht nur durch schnelle Ballwechsel auf einem kleinen Spielfeld, sondern ebenso durch zahlreiche Sprünge, Abstopp- und Drehbewegungen gekennzeichnet ist. Vor allem das Kniegelenk wird hierdurch stark belastet. Bis auf Bagatelltraumata der oberen Extremität ist es die am häufigsten von Verletzungen betroffene Körperregion. Akute Sportverletzungen sowie langandauernde Fehl- oder Überbelastungen rufen immer wieder verletzungsbedingte Sportunterbrechungen hervor. Zur Vermeidung dieser, sowie für die sportspezifische Leistungsfähigkeit nach einer Verletzung kommt der funktionellen Kniestabilität eine wichtige Rolle zu. Obwohl eine große Anzahl an Publikationen zu sportbedingten Verletzungen des Kniegelenkes existiert, berücksichtigen nur wenige Veröffentlichungen die Bedeutung der funktionellen Gelenkstabilität.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Funktionelle Kniestabilität im Handball: Ein unverzichtbares Kriterium für sicheren Sport

Aus der Zeitschrift: Sportverletzung • Sportschaden 02/2019

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