• Wirbelfrakturen

     

Konservative Behandlung von Wirbelfrakturen in BWS und LWS – was geht wie?

Das Therapieziel bei thorakalen oder lumbalen Wirbelkörperfrakturen besteht in der Erhaltung bzw. der Wiederherstellung des Alignments und der Stabilität der Wirbelsäule. Eine zufriedenstellende Schmerzreduktion, Mobilität und Alltagskompetenz sind Schwerpunkte in der operativen und konservativen Behandlung. Dieser Artikel soll einen Überblick über die konservativen Therapiemaßnahmen für „knochengesunde“ und osteoporotische Wirbelkörperfrakturen verschaffen.

Wirbelkörperfrakturen bei knochengesunden Patienten

Ätiopathogenese und Epidemiologie

Wirbelkörperfrakturen der Rumpfwirbelsäule (Brust- und Lendenwirbelsäule) in der knochengesunden Population sind i. d. R. mit einem schweren Trauma verbunden, wobei der thorakolumbale Übergang am anfälligsten ist. Grund dafür ist die hohe Hebelwirkung und Stoßkraft der rigiden BWS auf die flexible LWS. Mehr als die Hälfte der Frakturen findet sich zwischen Th 11 und L 1. Weitere 30 % entfallen auf die Segmente L 2 bis L 5.

Die meisten Betroffenen sind junge Männer, die ein Hochrasanztrauma erlitten haben. Mit einem Anteil von über 50 % sind Verkehrsunfälle die häufigste Ursache für eine Verletzung der Rumpfwirbelsäule. Als Verletzungsmechanismen wurden die axiale Kompression, Flexion, Extension, Distraktion, Scherung und Rotation beschrieben. Diese Kräfte verursachen relativ konsistente Verletzungsmuster, die die Grundlage der Frakturklassifikation nach AOSpine bilden.

Indikation zur konservativen Therapie

Die initiale Diagnostik orientiert sich an der Schwere des Unfallmechanismus und ist in den Leitlinien der DGOU zur Behandlung von thorakolumbalen Wirbelsäulenverletzungen festgelegt.

Zur initialen Frakturdiagnostik ist das konventionelle Röntgen in 2 Ebenen indiziert, wenn möglich im Stehen. Zeigen sich Indizien für eine Fraktur (z. B. Wirbelkörperdeformierung, erweiterte Distanz zwischen den Dornfortsätzen etc.), sollte zur Beurteilung der Frakturmorphologie eine CT-Diagnostik folgen. Ist hier eine B-Verletzung durch eine mögliche diskoligamentäre Instabilität nicht auszuräumen oder besteht eine Diskrepanz zwischen dem neurologischen Ausfall und der Verletzungshöhe, sollte ein MRT durchgeführt werden. Bei Hochrasanzunfällen ist analog zu der S3-Leitlinie „Polytrauma“ die sofortige CT-Diagnostik indiziert.

In der Entscheidungsfindung des Therapiekonzeptes hat sich die AOSpine-Klassifikation der thorakolumbalen Wirbelsäule etabliert. Berücksichtigung findet in dieser Klassifikation die Einteilung der Frakturmorphologie, die Beurteilung des neurologischen Status und der Begleitpathologien, die als klinische Modifikatoren einfließen.

Die Einteilung der Frakturmorphologie erfolgt in 3 Basistypen. Typ-C-Verletzung bedeutet die vollständige Unterbrechung der ventralen und dorsalen Zuggurtung mit einer drohenden oder bereits eingetretenen Achs- oder Rotationsfehlstellung oder Dislokation. Typ B beinhaltet eine osteodiskoligamentäre Instabilität im vorderen oder hinteren Abschnitt der Wirbelsäule.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Konservative Behandlung von Wirbelfrakturen in BWS und LWS – was geht wie?

Aus der Zeitschrift Die Wirbelsäule 04/2019

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