• Das Kubitaltunnelsyndrom - Orthopädie und Unfallchirurgie - Georg Thieme Verlag

     

Das Kubitaltunnelsyndrom

Das Kubitaltunnelsyndrom ist eine Schädigung des N. ulnaris in Höhe des Ellenbogens, verursacht durch eine Kombination aus Kompression, Zug und Reibung. Die Diagnostik basiert auf Anamnese, Inspektion, klinischer sowie neurologischer Untersuchung.

Definition: Kubitaltunnelsyndrom

N.-ulnaris-Schädigung in Höhe des Ellenbogens, die durch eine Kombination aus Kompression, Zug und Reibung verursacht wird. Unterschieden werden das idiopathische Kubitaltunnelsyndrom, einschließlich Ulnaris(sub)luxation und Kompression durch M. epitrochleoanconaeus, und sekundäre/posttraumatische Formen, auch verursacht durch eine Arthrose des Ellenbogens.

Epidemiologie und Ätiologie

Das Kubitaltunnelsyndrom, im deutschsprachigen Raum auch als Sulcus-ulnaris-Syndrom bezeichnet, ist nach dem Karpaltunnelsyndrom das zweithäufigste Kompressionssyndrom eines peripheren Nervs. Der Begriff Sulcus-ulnaris-Syndrom ist nicht exakt, da die Kompression auch außerhalb des Sulkus zur Druckschädigung des Nervs führen kann. Der Begriff Sulcus-ulnaris-Syndrom ist im deutschsprachigen Raum aber weit verbreitet.

Der Begriff „Kubitaltunnelsyndrom“ wurde 1958 von Feindel u. Stratford im englischsprachigen Raum eingeführt und fokussiert sich damit auf den Bereich des Ellenbogens als Entstehungsort für dieses Kompressionssyndrom.

Das Kubitaltunnelsyndrom ist das zweithäufigste Nervenkompressionssyndrom eines peripheren Nervs. Derzeit geht man von einer Inzidenz von ca. 21 Fällen pro 100 000 Einwohner aus. Männer sind fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen, insbesondere bei repetitiver Arbeitsbelastung oder Überkopfarbeit. Beidseitiges Auftreten ist in bis zu einem Drittel der Fälle beschrieben.

Das Kubitaltunnelsyndrom ist das häufigste Kompressionssyndrom des N. ulnaris. Die Pathogenese kann sowohl idiopathisch als auch traumatisch, vor allem durch Frakturen des distalen Humerus bzw. im Bereich des medialen Epikondylus, bedingt sein.

Fünf Engstellen im Bereich des medialen Ellenbogens, verursacht durch verschiedene anatomische Strukturen, werden als ursächlich angesehen.

Im Vordergrund der Kompression steht das sog. „Osborne-Ligament“ (Synonyma: Lig. arcuatum, Lig. epitrochleoanconaeum). Selten wird diese Bandstruktur auch als „Kubitaltunnel-Retinakulum“ bezeichnet. Das Osborne-Ligament zieht vom medialen Epikondylus und dem humeralen Kopf des M. flexor carpi ulnaris zum Olekranon und formt so das Dach des Kubitaltunnels. Das mediale Kollateralband, die Ellenbogengelenkkapsel und weitere Bereiche des Olekranons bilden den Boden des Tunnels.

Außerdem kann es zu funktionellen Einengungen kommen. Die Ursache dafür kann eine Verengung des Kubitaltunnels bei Ellenbogenflexion sein. Die Fläche im Tunnel ist in Extension am größten und kann bei voller Ellenbogenflexion um bis zu 55 % abnehmen. Intraneurale Druckuntersuchungen konnten zeigen, dass bei einer Ellenbogenflexion von 40 – 50° der Druck am niedrigsten ist und ab 90° stark ansteigt.

An jeder dieser anatomischen Engstellen kann der Nerv komprimiert werden .

Letztlich muss meist jedoch von einer multifaktoriellen Entstehung der Ulnariskompression ausgegangen werden. So tragen neben den anatomischen Strukturen auch mechanische Belastungen durch berufliche oder private Tätigkeiten bei, wobei der Effekt von Dauer, Kraft und Stellung der Extremität abhängig ist.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Das Kubitaltunnelsyndrom: Diagnostik und Therapieoptionen

Aus der Zeitschrift Handchirurgie Scan 01/2017

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