• Gelenkersatz, postoperative Bildgebung, Knie, Hüfte, Schulter, Metallartefakte

     

Postoperative Bildgebung nach Gelenkersatz – Knie, Hüfte, Schulter

Ein künstlicher Gelenkersatz wird notwendig, wenn das gesamte Gelenk (oder Teile davon) irreparable Schäden aufweist, die Funktion eingeschränkt ist und die damit assoziierten Schmerzen auf konservative Maßnahmen nicht mehr ansprechen. Der Zeitpunkt der Operation hängt vom Leidensdruck des Patienten und der Einschränkung seiner Lebensqualität ab. Ziele des Eingriffs sind die Verminderung der Schmerzen und die Wiederherstellung einer guten Gelenkfunktion.

Die postoperative Bildgebung schließt in erster Linie das Röntgenbild ein, das routinemäßig meist direkt im Anschluss an die Operation durchgeführt wird, um einen korrekten Sitz der Prothese zu dokumentieren und um intra- oder perioperative Komplikationen auszuschließen. Diese möglichen Komplikationen sind z. T. gut im Röntgenbild nachweisbar, z. B. Frakturen, Luxationen, Materialbruch, der Abrieb eines Prothesen-Inlays oder die Prothesensinterung. Die CT kann z. B. eingesetzt werden, um die genaue Ausdehnung periprothetischer Frakturen festzustellen, Osteolysen besser nachzuweisen oder Fehllagen der Prothesenkomponenten abzuschätzen. Immer häufiger wird auch die MRT postoperativ durchgeführt, insbesondere zur Beurteilung der periprothetischen Weichteile, wenn es z. B. um die genaue Ausdehnung eines Protheseninfektes geht oder wenn eine Ruptur der Sehnen nach Prothesenimplantation bewiesen oder ausgeschlossen werden soll.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die am häufigsten benutzten Prothesentypen des Knies, der Hüfte und der Schulter. Danach werden häufig auftretende postoperative Komplikationen und ihre geeignetste Darstellung mit Röntgen, CT und/oder MRT diskutiert. Ein Überblick über die Artefaktreduktion bei der Prothesenbildgebung in der MRT und mögliche Sequenzen und Parameter werden am Ende des Artikels vorgestellt.

Knie

In der Schweiz werden pro Jahr ca. 16 000 künstliche Kniegelenke implantiert. Die verwendeten Kniesysteme beinhalten verschiedene Komponenten, die vom Hersteller in verschiedenen Größen angeboten und je nach den anatomischen Gegebenheiten für die individuellen Bedürfnisse des betreffenden Kniegelenks zusammengestellt werden. Im Gegensatz zu den Hüftprothesen werden Knieprothesen häufig zementiert. Knieprothesen, die in den Jahren 1996 – 2005 implantiert wurden, sind nach 10 Jahren noch zu 97%, nach 15 Jahren noch zu 96% und nach 20 Jahren noch zu 94% funktionstüchtig.

Prothesentypen

Nicht immer besteht eine generalisierte Gonarthrose. Wenn nur ein Gelenkanteil betroffen ist, also der mediale oder der laterale Teil des Kniegelenks bzw. der femoropatelläre Gelenkanteil, ist ein teilweiser Gelenkersatz möglich. Indiziert ist dieser aber nur, wenn die Arthrose ausschließlich auf das spezifische Kompartiment beschränkt ist und die das Knie stabilisierenden Ligamente funktionell intakt sind.

Die 3 am häufigsten benutzten Prothesen sind die unikompartimentelle Prothese, auch Schlittenprothese genannt, die femoropatellare Prothese und die Totalprothese:

Bei der unikompartimentellen Prothese wird die abgenützte Gelenkoberfläche in einer minimalinvasiven Operation durch eine Halbseitenprothese (unikompartimentell) ersetzt. Der nicht arthrotische Anteil des Kniegelenks wie auch die Bänder werden dabei belassen. Eine volle Belastung kann innerhalb von 2 – 3 Wochen nach der Operation erreicht werden.

Ist nur eine femoropatelläre Arthrose vorhanden, wie es z. B. nach multiplen Patellalluxationen vorkommt, werden die geschädigte Rückfläche der Patella und das Retropatellargelenk insbesondere bei jüngeren Patienten mit einer Teilprothese ersetzt.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Postoperative Bildgebung nach Gelenkersatz – Knie, Hüfte, Schulter

Aus der Zeitschrift: Radiologie up2date 04/2017

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