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Radiologische Bildgebung der Spondylodiszitis

Der radiologischen Bildgebung kommt in der Diagnostik der vertebralen Infektionen sowie auch deren Verlaufskontrolle eine entscheidende Bedeutung zu. Dieses zu einer Zeit, in der die Inzidenz dieser Erkrankung durchaus ansteigende Tendenzen aufweist. Begründet ist diese Situation vor allem in der Alterszunahme der Population, der Zunahme nosokomialer Infekte sowie Operationen an der Wirbelsäule und der zunehmenden Verwendung intravaskulärer Katheter.

Die pyogene Spondylodiszitis stellt die häufigste Entität in der klinischen Routine dar. Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infekt-Situation, meist durch staphylococcus aureus ausgelöst. Seltenere bakterielle Erreger sind Streptokokken sowie auch Enterokokken. Befallen werden können die knöchernen Anteile der Wirbelsäule sowie die Bandscheiben und der Bandapparat. Dabei kann es auch zu einer Beteiligung der Strukturen des Spinalkanals kommen. Typischerweise liegt der Ursprung der Infektion nicht in der Wirbelsäule selbst, sondern es handelt sich um das Ergebnis einer hämatogenen arteriellen Streuung eines anderen Fokus, wie z. B. einer Infektion des Urogenitaltraktes. Zusätzlich ist auch eine Infektion im Rahmen eines postoperativen Settings oder einer stattgehabten Intervention, z. B. einer Infiltration der Facettengelenke oder einer Diskografie, möglich.

Die Frühdiagnostik der pyogenen vertebralen Osteomyelitis und begleitender Diszitis kann unter Umständen deutliche Schwierigkeiten bereiten und zu einer späten Diagnosefindung führen. Dies ist begründet in der primär eher unspezifischen Rückenschmerzen-Symptomatik des Patienten, die auch durch fehlende Zeichen eines Infektes zu einer Fehlinterpretation der Erkrankung führt. Auch kann sich eine Spondylodiszitis lediglich mit abdominellen Beschwerden äußern. Zumeist können von der initialen Klinik bis zur finalen Diagnosefindung im Schnitt bis zu mehreren Wochen bis sogar Monaten vergehen. Gleichwohl sind die Symptome, wenn sie denn vorliegen, rasch progredient.

Unter Berücksichtigung einer Mortalität, die noch immer ca. 10 % ausmacht, sowie der potentiellen Gefahr bleibender neurologischer Schäden, ist die rasche und zielführende radiologische Diagnostik unabdingbar.

 

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Aus der Zeitschrift Die Wirbelsäule 4/2017

 

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