• Distale Femurfraktur

     

SOP Distale Femurfraktur

Bei der distalen Femurfraktur handelt es sich mit 6% der Femurfrakturen um eine seltene Verletzung. In der Verteilung finden sich zwei Häufigkeitsgipfel, und das entspricht damit der Verteilung von hüftgelenknahen Frakturen. Bei jüngeren, zumeist männlichen Verletzten (< 40 Jahre) ist das Hochrasanztrauma bei Verkehrsunfällen und Stürzen aus großer Höhe die häufigste Ursache. Der zweite Häufigkeitsgipfel betrifft ältere Menschen (> 50 Jahre). Frauen mit Osteoporose sind häufiger betroffen, und das Trauma hat eine vergleichsweise niedrige Energie. 60% der Frakturen treten in der zweiten Gruppe auf.

Die Fraktur entsteht im Allgemeinen durch eine axiale Krafteinleitung auf den Oberschenkel, seltener durch Rotationskraft. Die Deformierung ebenso wie die Kraft der gelenküberschreitenden Muskeln führt zu der typischen Dislokation in Verkürzung und Varisierung des distalen Fragments. Die relative Nähe zu den neurovaskulären Strukturen der Kniekehle sowie der strukturell ligamentäre Verbund zum Kniegelenk fordert besonderes Augenmerk bei Diagnostik und Therapie. So sind insbesondere bei Vorliegen einer Luxationsfraktur die ungestörte Blutversorgung von Unterschenkel und Fuß ebenso wie der Neurostatus zu prüfen. Aber auch Kettenverletzungen sind zu beachten. Das Vorliegen von Begleitfrakturen am Femur ist keine Seltenheit und rückt angesichts einer dramatischeren Verletzung des Unterschenkels oder Fußes häufig in den Hintergrund.

Präoperative Diagnostik und Klassifikation

Die Einteilung der Fraktur erfolgt nach nativröntgenologischer Diagnostik entsprechend der AO-Klassifikation. Andere Klassifikationen (z. B. Neer, Egund und Komert) sind im klinischen Alltag ungebräuchlich. In Abhängigkeit von der Morphologie ist insbesondere bei den Hochenergietraumata und bei Verdacht auf eine artikuläre Beteiligung die Indikation für eine zusätzliche Computertomografie großzügig zu stellen (AO 33-B, 33-C). Im Falle einer Kondylenbeteiligung ist bei einem Drittel der Fälle mit einer koronalen Frakturkomponente zu rechnen, die sich einer nativ-radiologischen Diagnostik entzieht.

Eine Kernspintomografie ist erforderlich, wenn aufgrund der Frakturmorphologie ligamentäre Verletzungen vermutet werden. Dies ist besonders bei Vorliegen von Avulsionsfrakturen oder Flake Fractures zu berücksichtigen.

Gefäßverletzungen bedrohen aufgrund der fehlenden kollateralen Versorgung die Vitalität des gesamten Beines. Deshalb ist insbesondere im Fall von Luxationsfrakturen unbedingt eine entsprechende Diagnostik mittels Duplexsonografie, KM-CT oder Angiografie durchzuführen. Ein tastbarer peripherer Puls schließt eine Gefäßverletzung nicht aus.

 

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Aus der Zeitschrift: Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 05/2019

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