Subakromialsyndrome -
Weichteilerkrankungen der Schulter

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Klinisch symptomatische, strukturelle Rotatorenmanschettenschäden bedürfen der operativen Therapie, wenn sie bei älteren Menschen mit geringem, funktionellen Anspruch nicht ausreichend konservativ zu behandeln sind.

Bei Teildefekten genügt die (endoskopische) subakromiale Dekompression. Bei nicht mehr rekonstruierbaren Defekten begnügt man sich mit einem Débridement von Schulterdach, Sehne und Bursa sowie des Tub. majus. Bei jüngeren Individuen (< 65–70 J) sowie in Fällen höheren, funktionellen Anspruchs und bei eindeutig traumatischer Auslösung sollte eine Rekonstruktion mit Wiederherstellung der Sehnen-Kapsel-Knochen-Einheit erfolgen. Endoskopische Verfahren sind heute bei kleineren Defekten und jüngeren Patienten den offenen Methoden gleichwertig. Bei Mehrsehnendefekten und älteren Patienten scheint die offene Methode noch überlegen. Überproportional zunehmende Operationszeiten und Kostengründe können bei der Wahl des Operationsverfahrens bei sehr großen Defekten eine Rolle spielen. Die Ergebnisse der Rotatorenmanschettenrekonstruktion sind – unabhängig vom gewählten offenen oder endoskopischen Verfahren – abhängig von der Anzahl der betroffenen Sehnen, der Trophik der zugehörigen Muskeln und dem Alter des Patienten. Sog. Rezidivdefekte stellen mehrheitlich unvollständige Heilung dar. Für Patienten mit irrekonstruktiblen Rotatorenmanschettendefekten und höherem Funktionsanspruch stehen Muskelersatzplastiken mit Transposition des Latissimus dorsi für die ausgefallene posterosuperiore Rotatorenmanschette und des Pectoralis-major-Muskels für den Subskapularismuskel zur Verfügung.

In klinischer Erprobung bzw. noch experimentell sind Augmentationen oder Sehnensubstitutionen durch extrazelluläre Matrixtransplantate menschlicher oder tierischer Herkunft sowie die Applikation von verschiedenen Wachstumsfaktoren und Zelltherapien.