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Vor- und Mittelfußfrakturen beim Erwachsenen

Vor- und Mittelfußfrakturen sind relativ häufige Verletzungen, die bei isolierter Fraktur konservativ behandelt werden können. Problematisch sind jedoch dislozierte Frakturen, Frakturen mehrerer Fußknochen und insbesondere Luxationen und Luxationsfrakturen, die bei Fehlheilungen zu dauerhaften Einschränkungen führen können.

Frakturen des Vor- und Mittelfußes sind häufig. Als isolierte Frakturen können sie meist mit gutem Ergebnis funktionell konservativ behandelt werden. Problematisch sind dislozierte Frakturen, Frakturen mehrerer Fußknochen und insbesondere Luxationen und Luxationsfrakturen z. B. in der Lisfranc-Reihe sowie die Gelenkfrakturen. Da die Verletzungen, insbesondere im Rahmen von Mehrfachverletzungen, häufig in den Hintergrund treten, sind hier Fehlheilungen nicht selten und führen dann zu langfristigen und dauerhaften Behinderungen.

Durch die komplizierte Gewölbestruktur des Fußes kann eine Störung der Fußgeometrie zu sogenannten schmerzhaften Transfermetatarsalgien, aber auch indirekt zu Fehlstellungen im Rückfuß führen. Eine besondere Entität sind Ermüdungsfrakturen im Vor- und insbesondere Mittelfußbereich. Ihre Inzidenz ist aufgrund der weiten Verbreitung extremer Ausdauersportarten zunehmend.

Frakturen im Bereich des Lisfranc-Gelenks

Anatomie und Pathobiomechanik:

Als Lisfranc- oder Tarsometatarsalgelenk (TMT-Gelenk) wird die Artikulation zwischen den 3 Cuneiformia, dem Cuboid und den Basen der 5 Metatarsale einschließlich der intermetatarsalen Gelenke und der intercuneiformen Gelenke sowie der Artikulation zwischen Os cuneiforme und Os cuboidem bezeichnet. Diese Gelenkreihe entspricht dem Übergang zwischen Fußwurzel und Mittelfuß. Stabilisiert wird dieses Gelenk zum einen durch die knöcherne Form und zum anderen durch kräftige Bänder. Von der knöchernen Struktur her zeigt sich das TMT-2-Gelenk etwas zurückversetzt.

Des Weiteren entspricht sowohl das Cuneiforme 2 als auch die Basis des Metatarsale 2 im Querschnitt einem nach dorsal offenen Dreieck oder Keil. Dies lässt an den Schlussstein eines römischen Bogens denken, wenngleich der Vergleich etwas hinkt, da sich aufgrund der physiologischen Längswölbung des Fußes kein Bodenkontakt des TMT-1-Gelenks ergibt und somit kein kompletter Bogen vorliegt. Da sich zudem in der Sagittalebene ein Bogen aufspannt, kann auch an ein Gewölbe gedacht werden.

Die ligamentären Verbindungen sind dorsal am schwächsten ausgebildet, tragen aber dennoch maßgeblich zur Stabilität bei. Die interossären und plantaren Bänder sind deutlich stärker. Das interossäre Ligament zwischen Cuneiforme mediale (Cuneiforme 1) und der Basis des Metatarsale 2 wird Lisfranc-Ligament genannt und imponiert als das biomechanisch stärkste Band.

Die Bandverbindungen zwischen Cuneiforme 1 und den Basen der Metatarsale 2 und 3 scheinen der letzte Kontrollzügel des Lisfranc-Gelenks zu sein daher ist eine Verletzung dieser Bandstrukturen als hochgradig verdächtig für das Vorliegen einer instabilen Verletzung. Als Besonderheit gibt es keine ligamentäre Verbindung zwischen Metatarsale 1 und dem 2. Strahl, was zu einer Mehrbeweglichkeit zwischen 1. und 2. Strahl führt und wahrscheinlich auch als Erklärung für eine häufig auftretende Dislokation zwischen 1. und 2. Strahl bei Lisfranc-Verletzungen dienen kann.

 

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Aus der Zeitschrift: Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 01/2019

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