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Wirbelsäulentrauma im Kindes- und Jugendalter

Verletzungen der Wirbelsäule bei Kindern sind selten. Die Art, die Lokalisation des Traumas sowie die zugrunde liegenden Ursachen variieren mit dem Lebensalter. Anatomische Charakteristika stellen besondere Herausforderungen an die Diagnostik und Therapie. Aufgrund der biomechanischen Besonderheiten der heranwachsenden Wirbelsäule können im Vergleich zum Erwachsenen etablierte Therapien nicht undifferenziert übernommen werden.

Epidemiologie und Ätiologie

Wirbelsäulenverletzungen werden in der Literatur mit 1 – 4% aller Frakturen bei Kindern und Jugendlichen angegeben. Bei Kindern unter dem 10. Lebensjahr ist am häufigsten die Halswirbelsäule (HWS) betroffen, wovon zwei Drittel dieser Verletzungen in der oberen HWS lokalisiert sind. Im Vergleich zum Erwachsenen ist die Mortalität im Kindesalter erhöht.

Verletzungen der Wirbelsäule bedürfen meist einer massiven Gewalteinwirkung. In rund zwei Drittel der Fälle zeigen sich relevante Begleitverletzungen des Schädels, des Thorax oder der Extremitäten. Erwartungsgemäß finden sich neurologische Ausfälle eher bei Verletzungen der HWS, werden aber insgesamt in der Literatur eher selten angegeben. So betreffen nur etwa 2 – 8% aller Rückenmarkverletzungen Kinder.

Die Unfallursache ist abhängig vom Alter. Bis zum 2. Lebensjahr dominieren Geburtstraumata, ab dem 3. Lebensjahr sind Stürze, Verkehrsunfälle, aber auch Kindesmisshandlungen führend, wohingegen bei den Adoleszenten meist Sport- und Verkehrsunfälle die Ursache sind.

Anatomische Besonderheiten der kindlichen Wirbelsäule


MERKE
 

Aufgrund der anatomischen Besonderheiten der kindlichen Wirbelsäule sind sowohl für die Diagnostik als auch Therapie Kenntnisse über die anatomischen Besonderheiten der wachsenden Wirbelsäule obligat.

Ossifikation der Wirbelkörper

Um die Interpretation von Apophysen als Frakturen zu verhindern, müssen die Grundsätze der Ossifikation der Wirbelkörper bekannt sein.

So weist der Atlas 3 Ossifikationszentren auf. Um das 3. Lebensjahr herum erfolgt der dorsale, der ventrale Bogenschluss hingegen erst um das 7. Lebensjahr herum. Der Axis weist 4 Ossifikationszentren auf. Der Dens ist vom Wirbelkörper durch eine dentozentrale Synchondrose getrennt, die normalerweise zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr verschwindet.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Wirbelsäulentrauma im Kindes- und Jugendalter
aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 15(03) / 2020

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