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Der Osteopath – lebenslanges Lernen und Entwicklung

Osteopathie ist Heilkunde, die den Menschen auf eine typisch systemische und integrative Weise betrachtet und behandelt und am ehesten ein allgemeinmedizinisches Indikationsspektrum abdeckt. Doch zum erfolgreichen Behandeln von Patienten braucht es auch kommunikative, psychologische, betriebswirtschaftliche und ethische Kompetenzen. Dies verlangt eine gute Grundlage: profund ausgebildete Osteopathen, die sowohl kognitive als auch handwerkliche Fähigkeiten erworben haben. Osteopathen sollten systemisch und integrativ denken können, denn nur so werden die handwerklich erlernten Techniken adäquat an die individuelle Situation des Patienten angepasst. Doch auch wenn eine umfangreiche Ausbildung unverzichtbar ist, ist sie noch lange nicht hinreichend, um gut behandeln zu können.

Progressive Einstellung

Unverzichtbar ist insbesondere eine progressive Einstellung. Die meisten Osteopathen machen die Erfahrung, dass nach der Ausbildung der Lernprozess erst richtig interessant wird. Es ist geradezu so, dass man eine Ausbildung mit dem Verständnis beendet, nunmehr eingebettet in klinische Erfahrung, mit den guten und wesentlichen Fortbildungen beginnen zu können. Das ist durchaus mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu vergleichen: Hat man die Vokabeln und Grammatik erfasst, fängt die Konversation erst richtig an. Gegen Ende der Osteopathieausbildung ahnt man, dass sich die vertraute Sichtweise und das bisherige therapeutische Vorgehen fortlaufend ändern werden. Es ist das stetig wachsende Verständnis für die Komplexität des Menschen, das die Notwendigkeit weiterer Forschung und Fortbildung erkennen lässt. Es ist der Geist der Neugier und des wiederkehrenden Aufbruchs, der die Trägheit und Selbstzufriedenheit überwinden muss. 

Lernkultur

In den Anfängen der Osteopathie in Deutschland gab es am Übergang von den 1980er- in die 1990er-Jahre eine Atmosphäre der Begeisterung für die Osteopathie, die mit reichlich Humor gespickt war. Wir brannten regelrecht und überschlugen uns im Interesse für diese besondere Methode, was das Lernen befeuerte und eigene Kreativität anregte. Es gab noch keine deutschsprachige Literatur – nur mündliche „Überlieferungen“ und wilde Sammlungen von Fotokopien. Der Anteil der praktischen Arbeit war sicher auch unstrukturierter und weniger differenziert als heute. Alles in allem gab es in den Schulen noch kein echtes didaktisches Konzept, sondern ein reichlich verworrenes Durcheinander. Auf den Postgraduate-Fortbildungen trafen sich viele interessante Persönlichkeiten, Originale, die keinen trockenen Stoff, sondern lebendige Osteopathie lehren oder lernen wollten. Abends feierten, musizierten und tanzten wir gemeinsam.

Durch diese Lernkultur wurde unser Ausdruck vitaler und unsere Gewebe in andere Zustände und Dimensionen befördert und erweitert. Auch das sind Qualitäten, die im Leben und damit bei den Funktionen und Dysfunktionen der Gewebe eine bedeutende Rolle spielen. Pit Dijs sagte einmal: „Alle Gewebe haben eine Funktion und Dysfunktion – aber es sind auch alles Gewebe, die lachen und weinen können.“

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Der Osteopath – lebenslanges Lernen und Entwicklung

Aus der Zeitschrift: DO - Deutsche Zeitschrift für Osteopathie 04/2018

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