• Wachstumsstörung

     

Das (zu) kleine oder (zu) große Kind: Abklärung von Wachstumsstörungen

Wachstum und Entwicklung zeichnen das Kindesalter aus. Ist das Längenwachstum gestört, bereitet dies Sorge und verlangt nach Abklärung. Ursachen einer Wachstumsstörung sind so vielfältig wie die verschiedenen Faktoren, die das Wachstum beeinflussen. Normvarianten sind häufig, pathologische Störungen dürfen unserer ärztlichen Aufmerksamkeit nicht entgehen. Algorithmen erleichtern daher die zielgerichtete Diagnostik.

Grundlage für die Abklärung einer Wachstumsstörung ist eine ausführliche Eigen- und Familienanamnese. Der Schwangerschafts- und Geburtsanamnese kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Geburtslänge und -gewicht sollten im Hinblick auf das Gestationsalter beurteilt werden mit der Frage, ob eine SGA-Geburt (small for gestational age) oder eine fetale Makrosomie vorgelegen hat.

Die Wachstumsanamnese gibt Aufschluss über den etwaigen Beginn einer Wachstumsstörung. Die Frage nach Ereignissen in zeitlichem Zusammenhang mit der Wachstumsstörung kann einen Hinweis auf auslösende Faktoren geben. Ebenfalls relevant sind:

  • Erfassung von Entwicklungsbesonderheiten
  • durchgemachte und bestehende Erkrankungen
  • erfolgte Operationen
  • Medikamentenanamnese
  • Berücksichtigung von Lebensbedingungen und -stil
  • seelische Besonderheiten und Störungen

Die Familienanamnese umfasst die Körperhöhe der Eltern und deren Entwicklung, aber auch der Geschwister und entsprechende Auffälligkeiten bei anderen Familienmitgliedern: Kommt in der Familie Klein- oder Hochwuchs vor, eine verzögerte oder beschleunigte Entwicklung, gibt es hormonelle Erkrankungen oder Hinweise darauf (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Pubertätsstörungen, Stoffwechseldefekte, ungeklärter unerfüllter Kinderwunsch), sind bei Familienmitgliedern genetische Auffälligkeiten bekannt?

Berechnung der genetischen Zielgröße

Der genetische Zielgrößenbereich errechnet sich auf Basis der Elterngrößen ([Tab. 2]). Auch die Größen von Geschwistern sollten abgefragt werden, gehen in die Berechnung aber nicht ein. Einschränkend muss jedoch erwähnt werden, dass diese wertvolle Schätzhilfe in den Extremen (d. h. sowohl bei Klein- und Hochwuchs als auch bei einer großen Differenz der Elterngröße) sehr ungenau ist.

Korrekte Messung

Die korrekte Messung der aktuellen Größe des Kindes ist Voraussetzung für die Beurteilung im Hinblick auf eine Wachstumsstörung. Kinder, die noch nicht selbst stehen können, werden im Liegen gemessen. Hierzu sind 2 Personen erforderlich. Sowie das Kind stehen kann, wird es im Stehen gemessen. Die Verwendung einer geeichten Messlatte ist für zuverlässige Werte unverzichtbar. Das Kind steht mit geschlossenen Füßen und gestreckten Beinen mit dem Rücken an der Messlatte, Augenwinkel und Oberkante der Ohrmuschel bilden dabei eine waagerechte Linie („Frankfurter Linie“). Auch bei Kindern und Jugendlichen ist die Körperhöhe bereits tageszeitabhängig und ein gewisser Messfehler lässt sich trotz großer Erfahrung nicht immer vermeiden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Das (zu) kleine oder (zu) große Kind: Abklärung von Wachstumsstörungen

Aus der Zeitschrift: Pädiatrie up2date 03/2019

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