• Epigenetik, DNA

     

Epigenetik: Einfluss auf die fetale Entwicklung

„Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Gene“. Wurde dieser Satz im Jahr 2002 kurz vor Abschluss des Humanen Genomprojekts (HGP) noch unter ethischen und moralphilosophischen Gesichtspunkten diskutiert, wurde danach schnell klar, dass er auch eine tiefergreifende wissenschaftliche Bedeutung für die gesamte Biologie hat als vorher angenommen.

Einleitung

Nach der offiziellen vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahr 2003 trat schnell eine deutliche Ernüchterung über die Bedeutung des Projekts ein. Waren zum Beginn noch mindestens 100 000 Gene erwartet worden, um alle Merkmale des menschlichen Körpers kodieren zu können, stellte sich heraus, dass das Genom des Menschen lediglich aus rund 20 000 – 30 000 Genen besteht. Auf weit über 90 % der DNA sind keine Gene, die für Proteine kodieren, lokalisiert.

Anstatt die These vom genetischen Determinismus zu bestätigen, machten die Ergebnisse des HGP klar, dass man bei nur wenigen Mutationen direkte Auswirkungen auf den Phänotyp des jeweiligen Lebewesens beobachten kann. Es wurde vielmehr offensichtlich, dass es nur in seltenen Fällen eine kausal gerichtete Beziehung zwischen Genotyp und Phänotyp gibt, sondern dass es sich bei der Ausprägung phänotypischer Merkmale um einen hochkomplexen Prozess von Wechselwirkungen und Rückkoppelungen zwischen DNA, RNA und Proteinen handelt.

Die dabei auftretenden Mechanismen sind durch Umweltfaktoren beeinflussbar und werden dem relativ jungen Fachgebiet der Epigenetik zugeordnet. Die im Laufe des Lebens entstehenden epigenetischen Veränderungen werden in Zusammenhang gebracht mit dem Auftreten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Hierzu zählen chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2, koronare Herzkrankheit, Morbus Alzheimer, Depressionen sowie Tumorerkrankungen.

Insbesondere direkt nach der Befruchtung und während der Embryonal-, Fetal- und Neonatalphase reagiert der sich entwickelnde Organismus besonders vulnerabel. In dieser frühen Phase können durch Umwelteinflüsse induzierte epigenetische Veränderungen erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Leben des Kindes haben.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Epigenetik: Einfluss auf die fetale Entwicklung

Aus der Zeitschrift Neonatologie Scan 01/2017

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