• Erhaltungspflege von Broviac- und Port-Kathetern - Pädiatrie - Thieme Verlag

     

Erhaltungspflege von Broviac- und Port-Kathetern

Die meisten Kinder mit Krebs erhalten zu Beginn der Chemotherapie einen zentralen Venenkatheter. Die Prävention von Blutstrominfektionen, die von solchen Gefäßkathetern ausgehen, ist ein wichtiges Merkmal guter klinischer Praxis. Dieser Beitrag diskutiert verschiedene Aspekte von Präventionsbündeln in diesem speziellen klinischen Kontext.

Bei kinderonkologischen Patienten wird meist schon zu Beginn der zytostatischen Behandlung ein dauerhafter zentraler Gefäßkatheter (central versus access device; CVAD) implantiert – entweder als getunnelter Broviac-/Hickman-Katheter oder voll implantierter Port-Katheter. Diese CVADs sind ein unverzichtbarer Bestandteil des gesamten Behandlungskonzepts. Sie dienen dazu, zytotoxische Medikamente zu verabreichen, bei denen ein hohes Risiko für eine Gewebsnekrose besteht, wenn sie versehentlich ins Gewebe gelangen (Paravasat). Außerdem lassen sich über den CVAD Therapiebegleitinfusionen geben, in denen Elektrolyte wie Kalium, Kalzium, oder Magnesium in Konzentrationen enthalten sind, die bei einer periphervenösen Verabreichung nicht toleriert werden (Phlebitis). Des Weiteren erhalten die Patienten über den CVAD Schmerzmedikamente (z. B. Morphin), parenterale Ernährung, Antiinfektiva und Blutprodukte (Transfusionen). Die allermeisten Blutentnahmen (inklusive der Blutkulturen bei Infektionsverdacht) erfolgen bei kinderonkologischen Patienten über den CVAD. Die Schmerzfreiheit der Blutentnahme ist ein wesentlicher, patientenzentrierter Vorteil von CVADs.

Bei Kindern mit Krebserkrankungen machen Blutstrominfektionen (BSI), die durch bakterielle Erreger ausgelöst werden, in etwa die Hälfte aller nosokomialen Infektionen mit Erregernachweis aus. Durch die hohe CVAD-Anwendungsrate – über 85 % der Patienten haben einen CVAD – , ist ein erheblicher Anteil aller BSI bei kinderonkologischen Patienten mit einem Gefäßkatheter assoziiert.


Merke

Nur ein Teil der Blutstrominfektionen geht tatsächlich vom Gefäßkatheter aus (Catheter-related BSI = CR-BSI, Katheter-assoziierte BSI = CA-BSI). Diese unerwünschten Komplikationen lassen sich zum Teil durch gezielte Präventionsmaßnahmen verhindern. (s. Fallbeispiel 1).


Fallbeispiel 1:

Bei einem Jugendlichen mit Ewing-Sarkom wird erstmals eine Woche nach Ende des letzten Chemotherapieblocks (Vincristin, Ifosfamid, Doxorubicin, Etoposid) bei einer Granulozytenzahl von 0,4 x 109/l eine Rötung der Broviac-Eintrittstelle ohne Schmerzen, Schwellung oder Exsudat beobachtet. Es erfolgt ein Abstrich für die Mikrobiologie (CoNS: Koagulase-negative Staphylokokken, Methicillin-resistent) und eine lokale Behandlung mit Octenisept® und medizinischem Honig (Medihoney™) eingeleitet. Die Eltern führen den Verbandswechsel am Broviac selbst täglich durch, die Rötung geht langsam zurück. Wahrscheinlich ist diese Rötung durch die Chemotherapie verursacht worden. Die an der Eintrittsstelle nachgewiesenen CoNS sind nur besiedelnde Bakterien.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Kinderonkologie: Erhaltungspflege von Broviac- und Port-Kathetern

Aus der Zeitschrift Krankenhaushygiene up2date 01/2017

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