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Bronchitis: Frühe Impfung schützt Frühgeborene

Atemwegsinfekte gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufnahmen sehr kleiner Frühgeborener. Sie werden überwiegend durch Rhinoviren und den Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) verursacht.

Nach den Empfehlungen der STIKO soll 2 Monate nach der Geburt mit den Schutzimpfungen begonnen werden. Standard ist die hexavalente Immunisierung gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Hepatitis B, Polio und Haemophilus influenzae B sowie gegen Pneumokokken. Des Weiteren steht der passive Schutz mit Palivizumab, einem monoklonalen Antikörper gegen RSV, zur Verfügung. Die Studie hat überprüft, ob die Empfehlungen umgesetzt werden und wie sich der Impfstatus auf die Bronchitisinzidenz auswirkt.

Die Durchimpfungsrate wurde aus den Daten des German Neonatal Network (GNN) ermittelt, einer multizentrischen Kohortenstudie. Aufnahmekriterien waren ein Gestationsalter ≤ 36 + 6 Wochen und ein Geburtsgewicht < 1500 g. Eltern von 4112 Babys erhielten 6 – 8 Monate nach der stationären Entlassung ihrer Kinder einen Fragebogen. Dieser enthielt Items zu Erkrankungen im ersten Lebensjahr, der Häufigkeit von Bronchitiden, Stillen und Rauchgewohnheiten der Eltern.

1967 Angaben zu Bronchitiden lagen vor. Deren Inzidenz war u. a. nicht mit dem Geburtsgewicht, Gestationsalter, der Dauer des Krankenhausaufenthalts, einer bronchopulmonalen Dysplasie, Septikämien und einem Nikotinabusus der Eltern assoziiert. Jungen und Babys mit älteren Geschwistern hatten ein erhöhtes Bronchitisrisiko.

Der Effekt einer Impfung während eines postnatalen Krankenhausaufenthalts > 60 Tage wurde in 475 Fällen analysiert:

  • 37 % erhielten nur die hexavalente Impfung,
  • 39 % bekamen Palivizumab (überwiegend zusammen mit der Standardvakzinierung) und
  • 24 % der Risikopatienten erhielten keinen Impfschutz.
Die Durchimpfungsrate mit der hexavalenten Vakzine stieg mit der Dauer der Krankenhausbehandlung (> 60 Tage: 69 %; > 90 Tage: 80 %). Die Variation unter den 50 teilnehmenden Zentren war groß und betrug im Jahr 2012 33 – 100 %. Verglichen mit ungeimpften Kindern hatten geimpfte Säuglinge seltener Bronchitiden (0,043 vs. 0,077 Episoden pro Monat). Der hexavalente Impfstoff reduzierte die Bronchitishäufigkeit (20 % vs. 31 %; p = 0,037); auch Palivizumab schützte unabhängig vom Standard signifikant (17 % vs. 31 %; p = 0,003).

FAZIT
Die Studie unterstreiche die hohe Relevanz von frühen Impfungen für die Prävention von Atemwegserkrankungen bei sehr kleinen Frühgeborenen. Es bestehe ein großes Potenzial, die Bronchitishäufigkeit durch eine Steigerung der Impfrate zu senken. Dafür sei u. a. eine verbesserte Aufklärung der Eltern bedeutsam.

Aus der Zeitschrift Neonatologie Scan 4/2015; Bronchitis: Frühe Impfung schützt Frühgeborene

 

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