• Kapselendoskopie

     

Innovative Techniken in der Gastroenterologie

In der pädiatrischen Gastroenterologie werden immer mehr neue diagnostische Kapselverfahren und endoskopische Eingriffe durchgeführt, um eine weniger invasive Diagnostik und Therapie auch bei Kindern zu ermöglichen. Bisher sind oft aber nur vereinzelte Fälle veröffentlicht worden. Die wichtigsten diagnostischen und therapeutischen Techniken werden in diesem Beitrag vorgestellt.

Kapselverfahren in der gastroenterologischen Diagnostik

Motility-Kapsel

Nachdem die Videokapsel-Endoskopie zur Visualisierung des Dünndarms (Lokalisierung von Blutungsquellen, Morbus-Crohn-Diagnostik etc.) schon seit Jahren in der Pädiatrie etabliert ist, zeichnen sich neue Kapseltechniken ab: Die Motility-Kapsel (Smartpill) wurde zur Messung von Passagezeiten der einzelnen Abschnitte des Gastrointestinaltrakts entwickelt. Sie dient der Diagnostik von Motilitätsstörungen (beispielsweise Gastroparese und Obstipation) in der Abgrenzung zu funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen. Belastende Verfahren wie radiologische, szintigrafische sowie manometrische Messungen können so vermieden werden.

Die Motility-Kapsel misst kontinuierlich über maximal 5 Tage den pH-Wert, die Druckverhältnisse und die Temperatur. Vor allem über den pH-Wert kann die Passagezeit dem Magen, Dünndarm und Kolon zugeordnet werden, ein Abfall der Temperatur zeigt das Ausscheiden der Kapsel an. Normwerte für Erwachsene existieren, erste Erfahrungen im Kindesalter sind veröffentlicht. Das System ist allerdings erst ab dem 18. Lebensjahr zugelassen.

 

FALLBEISPIEL

Ein 17-jähriges Mädchen leidet seit ca. 8 Monaten an Übelkeit, phasenweisem Erbrechen und Inappetenz mit Gewichtsverlust (aktueller BMI 13,8 kg/m2). Als auffälliger Befund ergibt die Messung der Magenentleerungszeit mittels Motility-Kapsel eine Verweildauer im Magen von 14 Stunden (Norm < 4,5 Stunden), was eine Gastroparese vermuten lässt. Eine Therapie mit Domperidon bringt eine Symptomverbesserung.


Kolon-Kapselendoskopie

Die Kolon-Kapselendoskopie (z. B. PillCam COLON 2) erlaubt eine minimalinvasive Darstellung des Kolons ohne Narkose/Sedierung. Die Anwendung ist vor allem indiziert bei Patienten mit erhöhtem Narkoserisiko oder falls eine Koloskopie aus anderen Gründen nicht möglich ist. Sie wird hauptsächlich eingesetzt zur Visualisierung von Blutungsquellen aus dem unteren Gastrointestinaltrakt oder bei Verdacht auf Polypen. Bei begründetem Verdacht bietet sich wegen der simultanen Interventionsmöglichkeit eine Koloskopie ohne vorherige Kapselendoskopie an.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Innovative Techniken in der Gastroenterologie

Aus der Zeitschrift Pädiatrie up2date 04/2019

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