• reanimation

     

Die kardiopulmonale Reanimation von Kindern

Ein kindlicher Atem-Kreislauf-Stillstand ist ein seltenes, aber besonders zeitkritisches Ereignis. Ein wichtiges Ziel der Leitlinien zu den lebensrettenden Maßnahmen bei Kindern (Paediatric Life Support, PLS) ist es, das kritisch kranke oder verletzte Kind rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, um den drohenden Atem-Kreislauf-Stillstand möglichst zu verhindern.

Geringe Inzidenz

Exakte Zahlen zur Inzidenz der kardiopulmonalen Reanimation bei Kindern sind für Deutschland derzeit nicht erhältlich. Laut Daten aus den USA liegen sie etwa 20-mal niedriger als bei Erwachsenen. Berücksichtigt man zusätzlich lokale Daten und Daten des Deutschen Reanimationsregisters, können damit für Deutschland etwa 3000 – 4000 kindliche Reanimationen pro Jahr kalkuliert werden, davon ca. ein Viertel außerklinisch. In einer regionalen präklinischen Untersuchung wurde für einen durchschnittlich häufig tätigen Notarzt eine statistische Häufigkeit von einer Kinderreanimation pro 9 Jahre berechnet. Lokale Erhebungen und Umfragen zeigen, dass selbst in spezialisierten Kinderzentren mit einer relativ geringen Inzidenz von oft < 1 Reanimation pro Monat gerechnet wird.

Geringe kindernotfallmedizinische Erfahrung

Spezialisierte Kindernotarztsysteme werden nur in wenigen deutschen Ballungszentren vorgehalten, z. B. in der Stadt München. Neugeborenennotarztsysteme wiederum dienen i. d. R. ausschließlich der Erstversorgung von Neugeborenen und deren Transport. Die Einsatzradien und damit die Eintreffzeiten von Kindernotarztsystemen sind aufgrund ihrer zentralisierten Standorte deutlich größer als die der regulären Notarztsysteme. Eine beliebige Expansion der Kindernotarztsysteme in die Fläche ist wegen der beschränkten Anzahl geeigneter Kinderkliniken, den limitierten personellen Ressourcen und nicht zuletzt aufgrund unzureichender Finanzierungsmöglichkeiten jedoch nicht möglich.

Somit werden auch in Deutschland die Mehrzahl der prä- und innerklinischen Kindernotfälle initial von Nicht-Spezialisten mit oft geringer kindernotfallmedizinischer Erfahrung versorgt.
Dabei zeigt sich, dass aufgrund von Angst und ­Unsicherheit notfallmedizinische oder gar Reanimationsmaßnahmen bei Kindern häufig unterbleiben oder verzögert eingeleitet werden.

Schwierige Datenlage

Es gibt nach wie vor nur wenige klinische Studien zur kardiopulmonalen Reanimation von Kindern, insbesondere keine randomisiert-kontrollierten Studien. So beruhen wesentliche Empfehlungen auf der wissenschaftlichen Evidenz von Tierversuchen und Simulationsmodellen, auf Daten aus Kinderanästhesie und Kinderintensivmedizin sowie auf der Extrapolierung von Erwachsenendaten.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Die kardiopulmonale Reanimation von Kindern (Paediatric Life Support) 

Aus der Zeitschrift Pädiatrie up2date 4/2016

Call to Action Icon
Pädiatrie up2date Jetzt kostenlos testen!

Newsletter Pädiatrie

  • Thieme Newsletter - Wissen das sich anpasst - Jetzt kostenlos registrieren

    Jetzt kostenlos anmelden

    Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.

Quelle

Pädiatrie up2date
Pädiatrie up2date

EUR [D] 113,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Taschenatlas Notfallmedizin
Hans Anton Adams, Andreas Flemming, Lars Friedrich, Heiner RuschulteTaschenatlas Notfallmedizin

EUR [D] 49,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Notfallmedizin
Jens Scholz, Bernd W. Böttiger, Volker Dörges, Volker Wenzel, Peter SefrinNotfallmedizin

EUR [D] 69,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.