• Management thermischer Verletzungen im Kindesalter

     

Management thermischer Verletzungen im Kindesalter

Die Behandlung von Kleinkindern ist im Rettungsdienst insgesamt selten und auch die Versorgung von Brandverletzungen stellt in diesem Rahmen eher eine Ausnahme dar. Die Eckpfeiler der Primärversorgung brandverletzter Kinder am Unfallort bestehen aus der Sicherung der Vitalfunktion, Kühlen, der Analgosedierung, der Beurteilung des Verbrennungsausmaßes (verbrannte Fläche und Tiefe) sowie möglicher Begleitverletzungen, insbesondere des Inhalationstraumas.

Thermische Verletzungen sind eine häufige Unfallursache bei Kindern. Sie betreffen insbesondere Kleinkinder, da in diesem Alter der Bewegungsradius mit besserer Erreichbarkeit der Gefahrenstellen deutlich schneller zunimmt als das Verständnis für die Gefahr selbst. So sind im Kindesalter etwa ⅔ der stationär behandelten Patienten mit Verbrühungen und Verbrennungen jünger als 3 Jahre.

Brandverletzte und besonders schwer brandverletzte Kinder sind im Rettungsdienst selten. Deshalb stellt die Erstversorgung von Kindern mit Brandverletzungen im Rettungsdienst die Behandler vor Schwierigkeiten, insbesondere im Kleinkindesalter. Zusätzlich ergeben sich auch technische Probleme, da z. B. die Anlage eines venösen Zugangs bei manchen Kindern eine Herausforderung ist. Auch die emotionale Reaktion mancher Rettungsmediziner ist bei ausgeprägten Befunden nicht zu unterschätzen.

Dieser Artikel beschreibt die Behandlung von Kindern mit thermischen Verletzungen und zeigt Besonderheiten bei deren Versorgung auf.

Einteilung von Brandverletzungen

Die genaue und exakte Beurteilung von Verbrennungsausmaß und -tiefe ist eine der wesentlichen Grundlagen für die weitere Behandlung der thermischen Verletzungen. Begleitverletzungen wie z. B. das Inhalationstrauma müssen stets mitberücksichtigt sowie erfasst werden.

Diese Begleitverletzungen können den Schweregrad signifikant beeinflussen und die Prognose verschlechtern. So verlängert das Inhalationstrauma die intensivmedizinische Therapie und erhöht die Beatmungszeit und die Mortalitätsrate. Bei dem Verdacht auf ein Inhalationstrauma sollte rasch eine Sauerstofftherapie begonnen werden und eine frühzeitige Intubation insbesondere bei Stridor, Kurzatmigkeit, versengten Nasenhaaren oder Ruß und Blasenbildung intraoral/pharyngeal erwogen werden.

Tiefenausdehnung

Die Tiefeneinteilung wird in 4 verschiedene Grade abhängig von der „Eindringtiefe“ der thermischen Schädigung vorgenommen.

Die klinische Beurteilung des Tiefenausmaßes erfolgt anhand der folgenden Kriterien:

  • Wundgrundbeurteilung (Farbe und Beschaffenheit)
  • Rekapillarisierung
  • Konsistenz


Dies ist insbesondere bei der Primärversorgung nicht immer einfach und bedarf einiger Erfahrung.

Insbesondere im Falle von Verbrühungen sollte man sich nicht zu einer zu frühen endgültigen Tiefenbestimmung verleiten lassen, da gerade in diesem Fall häufig eine definitive Unterscheidung erst nach ca. 3–5 Tagen möglich ist. In dieser Zeit tritt die bekannte Demarkierung auf und insbesondere die Unterscheidung zwischen Grad IIa und IIb kann erst zu diesem Zeitpunkt sicher getroffen werden, und somit auch die Entscheidung einer konservativen Behandlung vs. einer chirurgischen Therapie.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Management thermischer Verletzungen im Kindesalter

Aus der Zeitschrift Notfallmedizin up2date

 

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