• Beatmung Baby

Spezielle Beatmungssituationen in der Neonatologie

In diesem Beitrag sollen 2 Sonderfälle der mechanischen Beatmung in Ergänzung eines vorangegangenen Artikels aus Ausgabe 4/15 dieser Zeitschrift behandelt werden: zum einen die Funktionsweise, Indikationen und Ergebnisse der Hochfrequenzbeatmung und zum anderen das Vorgehen beim Auftreten eines pulmonalen interstitiellen Emphysems.

Hochfrequenzbeatmung

Die Hochfrequenzbeatmung (High Frequency Ventilation [HFV] oder High Frequency Oscillation Ventilation [HFOV]) wurde in Münster von P. P. Lunkenheimer entwickelt. Später stieß auch eine Arbeitsgruppe in Kanada durch Zufall auf die Möglichkeit, mit hochfrequenten Oszillationen den Gasaustausch aufrechtzuerhalten. Die Hochfrequenzbeatmung ermöglicht bei erheblicher Steigerung der Beatmungsfrequenz auf 7 – 15 Hertz (420 – 900 Atemzüge/Minute) eine erhebliche Verringerung der Tidalvolumina. Außerdem sind Inspiration und Exspiration bei diesen hohen Frequenzen immer inkomplett, was sich in einer in den Atemwegen gedämpften Druckkurve widerspiegelt und das alveoläre Tidalvolumen weiter reduziert. Die Spitzen- und Taldrücke erreichen nicht mehr die Alveolen, in denen nur noch geringe Druckamplituden messbar sind. Die Gasfüllung der Alveolen entspricht somit weitgehend dem mittleren Atemwegsdruck. Inspiratorische Überdehnung und exspiratorische Atelektasen werden vermieden.

Aufgrund der inkompletten In- und Exspiration und der Dämpfung der Druckkurve spielt die normale Konvektion für den Gastransport in den Atemwegen nur eine untergeordnete Rolle. Es kommt durch Turbulenzen in den großen Atemwegen und radiales Mischen in den kleinen Atemwegen zu einer intensiven Durchmischung des Atemgases bis hinein in die Alveolen, sodass entlang der Konzentrationsgradienten Sauerstoff in die Lunge hinein und CO2 aus der Lunge herausbefördert wird.

Für die Einstellung der Hochfrequenzbeatmung müssen folgende Parameter gewählt werden:

  • mittlerer Atemwegsdruck
  • Oszillationsamplitude
  • Oszillationsfrequenz
  • Inspirations- zu Exspirationsverhältnis (I : E-Verhältnis)
Bei manchen Geräten muss auch der Bias-Flow, d. h. die Durchströmung des Beatmungsschlauchsystems, eingestellt werden, andere regeln ihn automatisch. Bei manueller Regelung sollten die Empfehlungen des Herstellers beachtet werden.

Mittlerer Atemwegsdruck

Der Druck muss so hoch eingestellt werden, dass die Lunge des Patienten möglichst vollständig belüftet ist, ohne überbläht zu sein. Man nennt das eine High-Volume-Strategie.

Cave: Das Oszillieren in eine teilweise atelektatische Lunge ist zu vermeiden, da dies mit vermehrten Lungenschäden durch Scherkrafteinwirkungen auf das Epithel und auch Hirnblutungen in Zusammenhang gebracht wurde. Der Mechanismus für Letzteres ist unklar. 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Spezielle Beatmungssituationen in der Neonatologie

Aus der Zeitschrift Neonatologie Scan 1/2016

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