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S2k-Leitlinie „Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter“ – AWMF Registernummer 068-003

Leitlinie der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI), der österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselstörungen (DGVS), dem Arbeitskreis „Krankenhaus & Praxishygiene“ der AWMF und der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e. V. (DGPW)

E-1 Hintergrund

Die akute infektiöse Gastroenteritis (AGE) ist eines der häufigsten pädiatrischen Krankheitsbilder. In den meisten pädiatrischen Leitlinien wird sie klinisch durch eine verminderte Stuhlkonsistenz und für das Alter erhöhte Stuhlfrequenz definiert, die auch mit Fieber und Erbrechen einhergehen kann. Säuglinge und Kleinkinder sind mit 1 bis 2 Episoden von AGE im Jahr am häufigsten betroffen. Dies zeigt sich epidemiologisch an der höchsten altersspezifischen Inzidenz für AGE im Kindesalter in Deutschland; am häufigsten sind die Norovirus-Infektionen bei unter 5-Jährigen mit 595/100 000 Einwohnern, gefolgt von den Rotavirus-Infektionen mit ca. 300/100 000, den Campylobacter- (122/100 000) und Salmonellen-Infektionen (69/100 000) bei den 1-Jährigen. Auch Erkrankungen durch enterohämorraghische Escherichia coli (EHEC), die meist mit Durchfall assoziiert sind, treten insbesondere bei Kindern unter 5 Jahren auf.

Die AGE im Kindesalter verläuft häufig mild, ist aber mit einer relevanten Hospitalisierungsrate und nicht zu vernachlässigenden Todesraten assoziiert. Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme, Elektrolytentgleisung oder zunehmende Dehydration im Rahmen der AGE sind die häufigsten Gründe für stationäre Krankenhausaufenthalte bei Kindern in Deutschland. Die Hospitalisierungsrate bei Rotavirus-Gastroenteritiden liegt bei unter 15-Jährigen mit 57 % im Vergleich beinahe so hoch wie bei über 69-Jährigen (60 %). Von den ca. 100 000 stationären Aufnahmen von Kindern aufgrund einer akuten infektiösen Gastroenteritis in Deutschland werden ca. 25 000 durch Rotaviren verursacht.

Für einzelne Enteritis-Erreger finden sich auch saisonale Häufungen, wie zum Beispiel für Noroviren im Winter, Rotaviren im Frühjahr und Salmonellen im Sommer, während andere, wie Campylobacter-spp.-Infektionen, sporadisch auftreten. Weiterhin kommt es immer wieder zu akuten Ausbrüchen von Gastroenteritiden, von denen insbesondere Kinder und Jugendliche in Tageseinrichtungen oder Kliniken betroffen sind. Nosokomiale Gastroenteritisausbrüche werden in Deutschland hauptsächlich durch Noro- (76 %) und Rotaviren (6,4 %) verursacht. Insofern sind entsprechende Hygiene- und Präventionsmaßnahmen für diese Patientengruppe von besonderer Bedeutung. Der deutliche Rückgang der Rotavirus-Gastroenteritis in Deutschland im Jahr 2016 um 32 % gegenüber dem Vorjahr bei unter 2-jährigen Kindern wird der zunehmenden Inanspruchnahme der seit Sommer 2013 von der Ständigen Impfkommission am RKI (STIKO) empfohlenen Impfung für Säuglinge zugeschrieben.

Der klinischen Relevanz der AGE im Kindesalter wurde in den letzten Jahren durch die Entwicklung internationaler Leitlinien Rechnung getragen. So haben u. a. 2008 und 2014 die Europäische Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) gemeinsam mit der Europäischen Gesellschaft für infektiöse Erkrankungen (ESID), sowie 2009 das britische National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) Leitlinien für Kinder unter 5 Jahren vorgestellt. Die S2k-Leitlinie „Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter“ der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) versteht sich als Adaptation und deutschsprachige Ergänzung der genannten Leitlinien. Die aktuellen Publikationen, die nach Veröffentlichung der o. g. Leitlinien erschienen sind, wurden kritisch gewürdigt und haben – soweit sinnvoll – Eingang in die Empfehlungen dieser Leitlinie gefunden.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: S2k-Leitlinie „Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter“ 

Aus der Zeitschrift für Gastroenterologie 09/2019

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