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Update Allergologie im Kindesalter

Symptome allergischer Erkrankungen im Kindesalter sind häufig und vielfältig. Die Prävalenz von Nahrungsmittelallergien (gesichert durch doppelblinde, Placebo-kontrollierte Provokation) liegt bei 4,2 % bei Kindern im Gegensatz zu 3,7 % bei Erwachsenen.

Mithilfe der molekularen Allergiediagnostik werden die Beurteilung möglicher Zusammenhänge zwischen pollenassoziierten und gastrointestinal erworbenen Nahrungsmittelallergien sowie deren Bewertung hinsichtlich Prognose und Schwere erleichtert. Auch ist eine zunehmende Inzidenz der eosinophilen Ösophagitis in den letzten zwei Jahrzehnten zu beobachten. Bei hartnäckigen Ekzemen in der Kindheit sollte differenzialdiagnostisch an eine Kontaktallergie gedacht werden. Aufgrund der weiten Verbreitung bestimmter Kontaktallergene ist eine diagnostische Abklärung wichtig.

Rhinokonjunktivitis allergika und Asthma bronchiale

Anamnestisch sind die Ausprägung der klinischen Beschwerden, das zeitliche Auftreten im Jahresverlauf und die Bestandsdauer wichtig. Zur weiteren Diagnostik werden Pricktestungen mit den Aeroallergenen eingesetzt, ggf. mit einer Reduktion auf die meist auslösenden Leitallergene (Birken-, Gräser-, Beifußpollen, Hausstaubmilben, [Tier-] Katzenepithelien). Ergänzend kann eine Bestimmung der spezifischen IgE im Serum durchgeführt werden. Zur genaueren Evaluation des Sensibilisierungsprofils, insbesondere zur Frage der Sensibilisierung gegenüber Major- oder Minorallergenen, steht die Komponenten-basierte Allergiediagnostik zur Verfügung. Diese hilft möglicherweise, den zu erwartenden Erfolg der SIT einzuschätzen. Verlaufen bei eindeutig hinweisender Anamnese serologische Untersuchungen und Hauttestverfahren negativ, kann ergänzend eine nasale Provokationstestung durchgeführt werden. Hierfür muss zuvor ein ggf. bestehendes Asthma bronchiale suffizient eingestellt sein.

Zur kausalen Therapie stehen subkutane und sublinguale Therapieverfahren, sowohl zur präsaisonalen Anwendung in mindestens 3 aufeinanderfolgenden Jahren als auch zur ganzjährigen Behandlung, zur Verfügung. Gemäß den Empfehlungen des Pediatric Committee (PCO) der European Medicines Agency (EMA) wird der Beginn erst ab dem 5. Lebensjahr empfohlen. Um eine Reduktion von Neusensibilisierungen zu erreichen und ein vermindertes Risiko für die Entwicklung eines Asthma bronchiale zu erzielen, wird eine frühe Indikationsstellung im Sinne einer Sekundärprävention favorisiert. Die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie wird derzeit auf folgende Mechanismen zurückgeführt:

  • die Induktion von überwiegend IgG4-Antikörpern, die die Allergen-vermittelte Immunantwort blockieren,
  • die Freisetzung von antiinflammatorischen Zytokinen sowie
  • die Aktivierung immunmodulierender regulatorischer T-Zellen (T-reg).

Saisonale und perenniale Allergene sollten nicht gemischt werden. Bei Hausstaubmilben-Allergikern kann zunächst die Effektivität allergenreduzierender Maßnahmen im Haushalt inklusive eines Encasings über 3 Monate beobachtet werden, bevor die Indikation zu einer SIT gestellt wird. Für Allergiker gegenüber Tierallergenen ist eine Karenz erforderlich, nur in Ausnahmefällen wird individuell über eine SIT entschieden.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Update Allergologie im Kindesalter
aus der Zeitschrift Kinder- und Jugendmedizin 04/2019

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