• Bezugspflege

    Bezugspflege - Die Bezugspflegeperson ist für den gesamten Pflegeprozess des Bezugspatienten verantwortlich. (Bild: Paavo Blåfield)

     

Beziehung im Mikrokosmos

Für Menschen mit psychischen Störungen ist es wichtig, dass sie in der Klinik eine Person an ihrer Seite haben, der sie vertrauen können und die ihnen Stabilität vermittelt: die Bezugspflegeperson. Sie übernimmt in der Beziehung zum Patienten eine therapeutische Funktion und unterstützt ihn dabei, Ressourcen zu stärken und Krisen zu meistern.

Ganz gleich, aus welchem Grund Menschen zur Behandlung in eine Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie kommen, eines haben sie gemeinsam: Sie haben massive Probleme, erfüllende und dauerhafte zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten [1].

Die psychotherapeutische Pflege unterstützt Menschen mit Beziehungsstörungen und daraus resultierenden anderen Einschränkungen bei der Gestaltung ihres alltäglichen Lebens oder im Umgang mit Krisensituationen. Grundlagen der psychotherapeutischen Pflege sind die Theorie der Interpersonalen Beziehungen [2] und das Konzept der Bezugspflege.

Die Bezugspflege ist eine Form der pflegetherapeutischen Beziehungsgestaltung, die zum Ziel hat, Bedingungen für einen Menschen zu schaffen, die ihn in seiner Entwicklung unterstützen. Lassen sich Patient und Pflegende auf den Prozess der Beziehungsgestaltung ein, offenbart er ihnen vielfältige Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Bezugspflege ist primär lösungs- und ressourcenorientiert. Sie berücksichtigt psychodynamische Aspekte, ist aber weniger vergangenheits- als gegenwartsbezogen. Im Rahmen der Bezugspflege werden:

  • Gefühle und Bedürfnisse erkannt und benannt;
  • patienteneigene Ressourcen ermittelt und gefördert;
  • unangepasste Beziehungsmuster erkannt und modifiziert;
  • konstruktive Handlungsmöglichkeiten erarbeitet;
  • Selbstfürsorge und -akzeptanz gestärkt;
  • selbstregulative Maßnahmen (z.B. PMR, Imagination, Skills) erlernt;
  • Erfahrungen reflektiert;
  • soziale Netze aktiviert und aufrechterhalten;
  • und es wird angestrebt, dass der Patient stabil genug für eine ambulante Therapie ist.

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Psychiatriepflege und Psychotherapie
Stephanie Amberger, Sibylle Roll, Secil Akinci, Borwin Bandelow, Markus BangerPsychiatriepflege und Psychotherapie

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