• Pause

    Die Arbeit auf einer Intensivstation ist geprägt von der qualifizierten Betreuung lebensbedrohlich erkrankter Patienten, plötzlichen (Notfall-) Situationen, die Arbeitsabläufe verändern und schnelles Umdenken erfordern.

     

Mach mal Pause!

Nur wer Körperhaltung, Aufenthaltsort, Gedanken und Aktivitäten zur vorherigen Tätigkeit ändert, steigert den Erholungseffekt der Pause, senkt seinen Stresspegel und bleibt fit für die nächsten Aufgaben. Der folgende Beitrag zeigt Ihnen einfache Wege zu mehr Entspannung und Erholung im Intensivalltag.

Die Arbeit auf einer Intensivstation ist aufgrund klinischer Erfahrung geprägt von der qualifizierten Betreuung lebens-bedrohlich erkrankter Patienten, plötzlichen (Notfall-) Situationen, die Arbeitsabläufe verändern und schnelles Umdenken erfordern, sowie von einem ständig hohen Geräuschpegel. Zudem steigt der Anteil der adipösen Bevölkerung und somit die Anzahl über-gewichtiger Patienten.1 Wechselnde Dienstzeiten, steigende Patientenzahlen und Verkürzungen der Verweildauer in Kranken-häusern führen bei gleichzeitigem Personalabbau zu einer Arbeitsverdichtung.2 Das Pflegethermometer 2012 kam zu dem Ergebnis, „dass die empfundene Arbeitsbelastung für Pflege-fachkräfte gestiegen ist“.3 Intensivpflege ist somit in vielerlei Hinsicht körperliche und geistige Höchstleistung. Ohne gezielte Phasen der Entlastung sind kurz- und auch langfristige Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Beschäftigten möglich, z. B. Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, Verspannungen sowie Frustration, Arbeitsunzufriedenheit, Schlafstörungen, das Gefühl des Ausgebranntseins.4 Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. „Es wurde deutlich, dass Gesundheits-und Krankenpfleger/-innen besonders häufig unter arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen leiden“.2

Ursprünglich hatte Stress als evolutionäre Körperreaktion die Funktion, den Menschen vor Gefahr für Leib und Leben zu schützen. Bei Gefahr mobilisiert der Körper Energiereserven für eine sofortige Muskelleistung. Die Hormone Adrenalin und Cortisol bringen den Körper augenblicklich auf Hochtouren: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an. Dieses genetisch verankerte Kampf- oder Flucht-Programm wird vom vegetativen (autonomen) Nervensystem gesteuert und unterliegt nicht unserem Willen. Erholung wirkt diesem Stress-prozess entgegen und mildert negative Stresswirkungen ab.5

Pausen sind vorgeschrieben

Arbeitspausen der Beschäftigten zur Prävention von Folgeerkrankungen sind durch das Arbeitszeitgesetz (1994) geregelt. „An Tagen, an denen Sie mehr als sechs und bis zu neun Stunden arbeiten, stehen Ihnen mindestens 30 Minuten Pause zu“, und weiter: „Niemand darf länger als sechs Stunden hinter-einander ohne Ruhepause beschäftigt werden“.6

Eine Pause liegt nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vor, wenn ein Arbeitnehmer während der Arbeitsunterbrechung weder Arbeit zu leisten noch sich dafür bereitzuhalten braucht, sondern freie Verfügung darüber hat, wo und wie er diese Ruhezeit verbringt. Entscheidendes Kriterium ist somit die Freistellung des Arbeitnehmers von jeder Arbeits-verpflichtung.7 Dieses gesetzlich geregelte Autonomie-und damit Erholungskriterium7 schafft Abstand und kann sich z. B. mit einem „Jetzt ist Pause!“ als deutliches Signal bewusst gemacht werden. Eine „Ablösung“ durch einen Kollegen ist dabei unbedingte (gesetzlich geforderte) Voraussetzung.


„In fast jeder dritten Intensivstation (30,8 %) können die Pausenzeiten nicht genau geplant und regelmäßig eingehalten werden.“3 Gründe gibt es täglich viele, warum eine Pause verschoben wird. „Ich muss nur noch schnell …“ Man möchte und kann Kollegen z. B. bei hohem Arbeitsanfall nicht allein lassen, vernachlässigt eigene Bedürfnisse im Interesse des Stations-ablaufs. Dabei benötigt der Körper rechtzeitig die Möglichkeit der Regeneration, um leistungsfähig zu bleiben. Am besten, bevor er Zeichen von Ermüdung zeigt.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus der intensiv 6/14 zu Mach mal Pause!

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