• Beim Pflegepersonal auf einer Intensivstation ist Fingerspitzengefühl gefragt, sowohl technisch als auch menschlich.

     

Mensch und Maschine

Patienten auf der Intensivstation sind zumeist schwerkrank, oft nicht ansprechbar oder nicht in der Lage zu sprechen. Sie haben eine lebensbedrohliche Situation erlebt und sind angeschlossen an eine Vielzahl von Geräten, die sie am Leben erhalten und überwachen. Beim Pflegepersonal ist da Fingerspitzengefühl gefragt, sowohl technisch als auch menschlich. Und Erfahrung. Denn auf die Geräte allein kann man sich nicht verlassen. Wir haben die Kollegen aus der Intensivpflege auf ihrer Station begleitet.

Alexandra Heisterkamp ist Fachpflegerin in der Intensivpflege und Anästhesie. Im Klinikaufzug spricht sie ein Mann an: „Sie sind doch Schwester Alexandra!“ Er winkt und ruft seine Frau herbei. Heiter kommt sie mit ihrer kleinen Tochter auf die beiden zu. Heisterkamp erkennt die Frau, um deren Leben sie gebangt hat. Auch deshalb, weil sie hoffte, dass dem Kind die Mutter erhalten bleibt. Die Patientin entwickelte während der Schwangerschaft mit Mitte, Ende zwanzig eine dilatative Kardiomyopathie. Nach der Entbindung wurde ihr Zustand zusehends schlechter. Zunächst erfolgte der Anschluss an die Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) und dann an ein Kunstherz. Beide unterstützten ihre Herz-Lungen-Funktion. An ihrem Bein entwickelte sie ein Kompartmentsyndrom, überall am Körper entstanden nässende Wunden. Ein Dekubitus ließ sich nicht verhindern. Es war Heisterkamps erste schwerstkranke Patientin, die sie auf der Intensivstation betreut hat. Als die junge Frau von ihrer Station mit einem Kunstherz verlegt wurde, dachte die Pflegekraft, dass sie bestimmt bald wieder zur Transplantation zurückkommen würde. Dann verlor sie die Patientin aus den Augen. Jetzt sagt die junge Mutter zu ihr, sie sei wieder vollkommen gesund, sie brauche kein Kunstherz mehr. Das Gerät konnte ausgebaut werden. Ihr Herz habe sich erholt. Heisterkamp ist beeindruckt. Es fühlt sich gut an, dass sie mit ihrer Arbeit zur Genesung dieser Frau beigetragen hat. Und es ist wunderbar, die fröhliche Familie zu sehen.

Szenen wie diese bestätigen Alexandra Heisterkamp auch heute, nach acht Jahren Intensivstation, dass sie sich für den richtigen Beruf entschieden hat. Nach dem Abitur war sie in ihrer Berufswahl unschlüssig und studierte Jura. Schon im ersten Semester stellte sie fest, dass ihr das Fach nicht liegt. Währenddessen erinnerte sie sich an ihr Schülerpraktikum im Krankenhaus. Sie schwenkte um zur Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung. Im Laufe ihrer Ausbildung hatte sie einen Einsatz auf der Intensivstation. Danach war ihr klar, dass sie sich in der Intensivpflege spezialisieren möchte. Zweieinhalb Jahre sammelte sie Intensiverfahrung, die sie in der anschließenden zweijährigen Fachweiterbildung vertiefte. Sie arbeitet auf der Intensivtherapiestation für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie im Universitätsklinikum Münster. Dort pflegt sie Patienten aus den Bereichen Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Neurochirurgie, Urologie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Orthopädie und Gynäkologie. Sie versorgt Menschen vor und nach Herz und/oder Lungentransplantationen, während der Entwöhnung von einer Langzeitbeatmung oder Intensivpatienten mit multiresistenten Keimen. Die vielseitigen Aufgaben gefallen Heisterkamp.

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