• Stefan Mugrauer

    "Nur jeder 45. männliche Auszubildende entschied sich für den Pflegeberuf."

     
  • Stefan Mugrauer

    "Beim Lagern von adipösen Patienten sind Männer beliebte Stationskräne."

     

Allein unter Frauen

Hahn im Korb, Sunnyboy, Patientenlifter: Für Männer in der Pflege gibt es viele Stereotypen. Wir wollten wissen, wie es für sie ist, in einem Frauenberuf zu arbeiten, und ob das Geschlecht dabei einen Unterschied macht.

Das müssen wir aber noch mal üben, junger Mann! Haben Sie denn ­keine Freundin?“, fragt die 78-jährige Lore Strauch* den Pflegeschüler Volker Gertz*. Er hilft der ­Patientin gerade beim Anziehen. Aber die Verschlüsse des BHs ­machen ihm einen Strich durch die Rechnung. So ein antiquier­tes Modell hat er noch nie gesehen. Als er es endlich geschafft hat, die Haken in die richtigen Metallösen zu fummeln, müssen ­beide über die Situation lachen. Frau Strauch hat heute Morgen ausdrücklich eine Pflegende gebeten, dass ein Krankenpfleger sie auf dem Weg zum Wasch­becken begleitet. Da fühle sie sich einfach sicherer. Die Pflegende schmunzelte nur und bat den Schüler aus dem Mittelkurs, sich um die Patientin zu kümmern. Volker Gertz ist der einzige angehende Kranken­pfleger auf der Station. Nicht ungewöhnlich in der Pflege, ­einem Beruf, der auch heute noch als klassischer Frauenberuf gilt.  

Cross-Gender Freaks
Laut statistischem Bundesamt entschied sich 2006 nur jeder fünfundvierzigste männliche Jugendliche für einen Pflegeberuf. Bei den weiblichen Jobstartern war es immerhin jede Elfte. Generell ist der Pflegeberuf für Männer selten die erste Berufswahl. Meist haben sie schon eine andere Ausbildung hinter sich, mit der sie unzufrieden waren. Oder sie sind durch den Zivildienst auf den Geschmack ­gekommen. So wie Volker Gertz. Er hatte ­zuvor 13 Monate lang als Zivi in der Krankenhauswäscherei der Klinik gearbeitet und dabei viele nette Kontakte zu Pflegenden von verschiedenen Stationen geknüpft. „Die meisten Patient­en und Kollegen zeigen mir sehr deutlich, wie froh sie sind, dass auch ein Mann da ist. Da bin ich gerne der Hahn im Korb“, lacht der 21-Jährige. „Bei manchen Pflegetätigkeiten ist es einfach angenehmer, wenn Gleichgeschlechtliche einen betreuen.“ Ohne die Einblicke während ­seines Ersatz­dienstes hätte er die Pflege­ausbildung wahrscheinlich nicht ­begonnen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel zu Männer in der Pflege

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