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Der Weg zu einem demenzsensiblen Krankenhaus

Ungewohnte Umgebung, hektische Betriebsamkeit, viele fremde Gesichter – das reicht oft schon, um während eines stationären Aufenthalts im Krankenhaus Wohlbefinden und Fähigkeiten von Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder einer Demenz – nicht selten drastisch und nachhaltig – zu verschlechtern. Hinzu kommt, dass Krankenhäuser Orte organisierter Hochleistungs- und Spitzenmedizin sind, mit hochspezialisierten Pflegefachkräften, die den Schwerpunkt ihrer Bemühungen nicht auf die demenzielle Erkrankung legen, sondern auf die Ursache des Einweisungsgrunds. Denn diese stellt oft eine akute vitale Gefährdung für den Patienten dar. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie im Setting Krankenhaus mithilfe einer personzentrierten Haltung der „Brückenschlag“ gelingen kann zwischen pflegerischen Interventionen, die im Hinblick auf den Einweisungsgrund geboten sind, und personzentrierter Pflege, die auf die bestmögliche Erhaltung des Personseins und das Wohlbefinden des Patienten mit Demenz abzielt.

Gegenwärtig sind weltweit rund 47 Millionen Menschen von einer Demenz betroffen, bundesweit annähernd 1,7 Millionen. 2030 werden knapp 76 Millionen Menschen weltweit an einer Demenz erkranken und für 2050 steigt die Vorhersage auf über 135 Millionen. 76 Prozent dieser Menschen werden in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen leben. Die demografische Prognose, die eine zunehmend älter werdende Bevölkerung mit immer mehr hochbetagten Menschen und einer mit dem Alter steigenden Multimorbidität erwarten lässt, geht einher mit dem zunehmenden Interesse an psychischen Erkrankungen. Dieses über die Fachgrenzen der Psychiatrie hinausgehende Interesse betraf zunächst die Demenzerkrankungen. Eines der bis heute wichtigsten Bücher für die Pflege von Menschen mit Demenz erschien 1997: Dementia Reconsidered: The Person Comes First von Tom Kitwood. In den letzten 10 – 15 Jahren galt die Aufmerksamkeit immer zunehmender auch dem psychopathologischen Syndrom Delir insbesondere beim alten Menschen. Denn ein hohes Alter und das Vorliegen einer Demenzerkrankung stellen wesentliche Risikofaktoren für die Entwicklung eines Delirs dar.

 

MERKE

Neben einem hohen Alter stellt das Vorliegen einer Demenzerkrankung einen wesentlichen Risikofaktor dafür dar, dass Patienten während ihres Krankenhausaufenthalts zusätzlich ein Delir entwickeln.

Demenzstrategien

Eine Konsequenz aus der interdisziplinären und multiprofessionellen Auseinandersetzung mit Demenzerkrankungen zeigt sich in der von der deutschen Bundesregierung geförderten Entwicklung von „Demenzstrategien“ auf landes- und bundesweiter Ebene. Deren wichtigste Ziele sind das Informieren einer möglichst breiten Öffentlichkeit über Demenzerkrankungen und ihre Symptome wie auch die Sensibilisierung, dass ein Mensch mit Demenz zu unserer gesellschaftlichen Gemeinschaft gehört, trotz seiner veränderten Sprache, seines veränderten Verhaltens oder seiner eingeschränkten Möglichkeit, mit anderen Kontakt aufzunehmen. Insbesondere soll erreicht werden, die „Lebensqualität“ von Menschen mit Demenz bei einem stationären Krankenhausaufenthalt bestmöglich zu erhalten und die Fachlichkeit und Professionalität und damit einhergehend die Arbeitssituation der Pflegefachkräfte im Umgang mit diesen Patienten zu verbessern.

Pflege von Menschen mit Demenz als Beziehungsprozess

Pflege wandelt sich im professionellen Umgang mit Patienten mit Demenz vom Problemlösungsprozess zum Beziehungsprozess. Dieser umfasst nicht nur die Möglichkeit für den Patienten, sich in der Beziehung als gleichwertige Person „gehört, verstanden und angenommen […] sowie mit anderen verbunden“ zu fühlen, wie es im aktuellen Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) heißt, sondern auch für die Pflegekraft, in der Beziehungsgestaltung an Persönlichkeit zu wachsen.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Demenzsensibles Krankenhaus – Der Weg zu einem demenzsensiblen Krankenhaus
aus der Zeitschrift Geriatrie up2date 02/2020

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