• Den Tag achtsam beenden durch Rituale - Psych.Pflege.Heute 1-12

    Rituale schaffen Vertrauen und strukturieren den Alltag

     
  • Bücher vorlesen ermöglicht Genuss, Trost, Stille und Konzentration - Psych.Pflege Heute 1-12

    Das Vorlesen einer Geschichte ermöglicht Genuss, Trost, Stille und Konzentration

     
  • Gute-Nacht Karten, Aktivitäten des Tages abschließen - Psych.Pflege Heute 1-12

    Gute-Nacht Karten helfen die Aktivitäten des Tages abzuschließen

     

Die Abendrunde - "Behütet in die Nacht"

Rituale vereinfachen das Leben. Sie schaffen Vertrauen und strukturieren den Alltag. Die Station A2 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld beschreitet diesen Weg seit zwei Jahren mit ihrer „Abendrunde“, die mittlerweile fester Bestandteil des Wochenprogramms ist.

Einführung
Eine Patientin der Station, eine 70-jährige Dame, die aufgrund ihrer manisch-depressiven Erkrankung den schützenden Rahmen der Klinik benötigt, hat am Nachmittag einen heftigen Streit mit ihrer Tochter. Am Schluss des Besuchs fällt der Satz: „Dann wirst Du enterbt!“ Die Tochter verlässt wütend die Station, die Patientin schimpft über mangelnde Unterstützung seitens ihrer Tochter. Einige Stunden später zieht dieselbe Patientin zum Abschluss der Abendrunde [1] die „Gute Nacht-Karte®“ „Vergebung“. Sie blickt eine Weile auf die von ihr gezogene Karte, plötzlich beginnt sie zu weinen. Mitpatienten der Runde und der die Gruppe moderierende Pflegende sprechen ihr Trost zu.

Ein Patient, der mit der Diagnose einer paranoiden Schizophrenie auf der Station behandelt wird, übernimmt im Rahmen der Abendrunde das Vorlesen der Geschichte. Die ebenfalls an der Runde teilnehmenden Mitpatienten hören aufmerksam zu. In dem Abschlussgespräch für seine Behandlung gibt er an, dass diese Geschichte ihn sehr nachdenklich gestimmt habe.

Solche und ähnliche Begegnungen mit den Patientinnen und Patienten gibt es immer wieder, seit im Dezember 2009 auf Station A2 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EvKB) die Abendrunde - zunächst noch als Projekt und mittlerweile als fester Bestandteil des wöchentlichen Programms - eingeführt wurde. Dabei handelt es sich bei der Abendrunde um eine pflegerische Gruppe, die sich in Anlehnung an Rakel und Lanzenberger [2] mit den Ressourcen des noch kranken Menschen befasst. Zu Beginn war die Abendrunde gedacht als ein freiwilliges Angebot für die Patientinnen und Patienten der Station in der Zeit von Montag bis Freitag. Ziel war und ist es, eine entspannte Begegnung im Krankenhausalltag zu ermöglichen und den Abend zu strukturieren. Mittlerweile ist die Abendrunde zu einem festen, ritualisierten Bestandteil des Wochenangebots geworden.

Rituale vereinfachen das Leben. Sie schaffen Vertrauen, sind verlässlich und strukturieren den Alltag. Jeder Mensch lebt unbewusst mit Ritualen. Ein eigener Rhythmus gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Insbesondere in schwierigen Lebensphasen sind Rituale hilfreich und wirken stabilisierend [3].

Lesen Sie hier den kompletten Artikel zur Abendrunde

Psychiatriepflege und Psychotherapie
Stephanie Amberger, Sibylle Roll, Secil Akinci, Borwin Bandelow, Markus BangerPsychiatriepflege und Psychotherapie

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