• Falsches Signal?

    Heftig diskutiert: der Einsatz von Rettungsassistenten

     

Falsches Signal?

Zweifelhafte Entwicklung

Der Mangel an Fachpflegekräften auf Intensivstationen und in der Anästhesie wird immer deutlicher. Eine heftig diskutierte Möglichkeit, diesem Mangel zu begegnen, ist der Einsatz von Rettungsassistenten in den genannten Bereichen. „intensiv“-Herausgeber Lothar Ullrich hat zwei Krankenhausmitarbeiter gefunden, die ihre Meinung offen aussprechen.

Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien, ist mittlerweile Realität und wird in einigen Kliniken Deutschlands schon heute praktiziert - der Einsatz von ausgebildeten Rettungsassistenten als „Ersatz“ für Anästhesiepflegepersonal. Die Gründe hierfür sind vielfältig und werden nicht immer deutlich artikuliert. So ist sicherlich ein Mangel an pflegerischem Nachwuchs und Fachpflegepersonal für dieses Arbeitsfeld in vielen Kliniken eine der Begründungen und gleichzeitig die Herausforderung, der sie sich stellen müssen. Die bestehenden Probleme werden durch das zunehmende Durchschnittsalter der Pflegenden noch verschärft. Doch wie soll in Zukunft die Betreuung der Patienten während der Narkose und im Aufwachraum bei gleichzeitig steigendem Bedarf an anästhesiologischen Leistungen auf qualitativ hohem Niveau gewährleistet werden?

Kann hierfür eine ursprünglich für den präklinischen Einsatz ausgebildete Berufsgruppe mit Spezialisierung auf den außerklinischen Transport und mit deutlich anderen Ausbildungsinhalten als Ersatz für Fachpflegepersonal eingesetzt werden? Setzen wir nicht auch ein falsches Signal an die Fachpflegenden, die sich für diesen Bereich bewusst entschieden haben, indem wir ihnen damit zeigen, dass für dieses Arbeitsfeld auch eine geringere Qualifizierung ausreichend sein könnte?

Nehmen wir einen eventuell schleichend stattfindenden Qualitätsverlust in der Betreuung der operierten Patienten damit in Kauf oder löst die kurzfristige Aufstockung des Personalpools mit Rettungsassistenten langfristig die Personalsorgen? Müssen wir uns in den Kliniken nicht vielmehr darum kümmern, die Arbeitszufriedenheit und die Wertschätzung des Pflegepersonals zu erhöhen, damit junge Menschen wieder den Weg in diesen anspruchsvollen Aufgabenbereich finden und ihn für sich als „Heimat“ deklarieren können?

Von daher, liebe Leserinnen und Leser, nehmen Sie Anteil an unserer Diskussion zu diesem Thema und teilen Sie uns Ihre Meinung per Mail an intensiv@thieme.de mit. Wir sind gespannt auf das Meinungsbild der Pflegenden.

In deutschen OPs herrscht ein Mangel an Fachpflegekräften für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Die Ausbildung wird kaum noch angestrebt, nicht zuletzt, da ihr Abschluss zu keiner nennenswerten Mehrvergütung führt - ein tarif- und berufspolitischer Missstand!

Als Alternative erhält der Anästhesie-Technische Assistent (ATA) Einzug in den OP. Es besteht Konsens unter den Fachverbänden, dass der/die examinierte ATA den juristisch und von den Fachverbänden gefordertem „Fachpflege-Standard“ erfüllt, wohl wissend, dass der/die ATA selbst kein Fachpflegeexamen innehält.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel zum zweifelhaften Einsatz von Rettungsassistenten

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