• Frau mit Alkoholsucht und Depressionen

     

Hilflosigkeit der Patientin

Im 5. Teil unserer Serie geht es um eine 51-jährige Patientin, die seit ihrem Jugendalter unter starken Zwängen leidet. Seit dem Tod ihrer Mutter vor über 20 Jahren ist sie alkoholabhängig und depressiv. Sie hat das Gefühl, nichts zu können und anderen eine Last zu sein. Lesen Sie, wie das Pflegeteam es schafft, mithilfe der systemischen Fallbesprechung neue Perspektiven für sich und die Patientin zu entwickeln.

In unserer Weiterbildung Psychiatrische Pflege werden wir als Moderatoren im Prozess der systematischen Fallbesprechung begleitet. Unterschiedliche Perspektiven einzunehmen ist noch ungewohnt, bietet aber die Möglichkeit, die Wirklichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Wir brauchen, um unsere Patienten auf Dauer gut begleiten zu können, die Reflexion von anderen, um mehr Optionen zu haben. Das ist entlastend und hilfreich für den weiteren Pflegeprozess. Hierfür ist die folgende Fallbesprechung ein gutes Beispiel.

Falldarstellung: Frau N.

Der Falleinbringer berichtet über eine 51-jährige Patientin, sie ist circa 1,70 m groß und wiegt 70 kg. Seit ihrem Jugendalter leidet sie unter starken Zwängen, in der Klinik ist sie schon seit einigen Jahren bekannt.

Ihr Vater hat die Familie verlassen als sie 3 Jahre alt war. Er war gewalttätig und kriminell, hat seine Frau geschlagen und vergewaltigt. Die Patientin ist bei ihrer Mutter und ihrem Großvater aufgewachsen. Vom Großvater ist die Patienten liebevoll behandelt worden und hat Wärme und Zuneigung in ihrer Kindheit erfahren. Ihre Mutter war sehr ängstlich und hat ihr viel verboten.

1999 ist ihre Mutter gestorben, die Patientin konnte die Trauer viele Jahre nicht verarbeiten, seitdem leidet sie unter einen gesteigerten Alkoholkonsum mit Abhängigkeit. Im Alter von 16 Jahren traten bei der Patientin aufgrund von schulischem Stress zum ersten Mal Zwänge auf, zum Beispiel wiederholt sie ständig sinnlose oder erfundene Worte wie „pip, pip, pip“ oder „lulu, lulu, lulu“. Die Patientin lässt sich dabei nicht unterbrechen und beschreibt dieses Verhalten selbst als Ideenflucht.

Nach der Schule hat sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Im Jahr 2000 hat sie einen gesetzlichen Betreuer erhalten, weil sie geschäftliche Vorgänge nicht mehr eigenständig regeln konnte und sich hoch verschuldet hat. Darüber hinaus vernachlässigte die Patientin in Phasen des Alkoholkonsums ihre Körperpflege und ihren Haushalt. Sie wünschte sich einen gesetzlichen Betreuer, da sie das Gefühl hatte, nichts richtig zu machen.

Derzeit arbeitet sie bei der Caritas, lebt alleine ohne Kinder, ist aber mit einem Mann liiert, der im selben Haus wohnt.

Pflegeproblem: Trotz medikamentöser Therapie und therapeutischer Zuwendung des Pflegepersonals leidet die Patientin unter Zwängen.

Medizinische Diagnose: F10.2 C2 Abhängigkeit; F42.2 Zwangsstörung, Zwangshandlungen, Zwangsgedanken; F33.2 Depression.

Problemüberschrift: Hilflosigkeit der Patientin.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Hilflosigkeit der Patientin

Aus der Zeitschrift PPH 01/2020

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