• Hirnaneurysma

     

Das Hirnaneurysma

Das Krankheitsbild der aneurysmatischen Subarachnoidalblutung besitzt, trotz Verbesserung der radiologisch-interventionellen Verfahren und der mikrochirurgischen Therapie, immer noch eine sehr hohe Mortalität. Die aufwendige und häufig riskante Operation am rupturierten Aneurysma wird im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck von der Klinik für Neurochirurgie durchgeführt.

Ein cerebrales Aneurysma ist die Ausstülpung einer Hirnarterie, meist bedingt durch eine Gefäßwandschwäche. Morphologisch unterteilt man zwei Arten:

  • Bei einem beerenförmigen (sakkulären) Aneurysma handelt es sich um eine lokale Ausstülpung.
  • Bei einem spindelförmigen (fusiformen) Aneurysma handelt es sich um die komplette Dilatation des betroffenen Gefäßes.
Zirka 99 Prozent der Aneurysmen im Gehirn sind sakkulär.

Bei einer Größe von unter fünf Millimetern spricht man von einem „Mikroaneurysma“, zwischen fünf und neun Millimetern vom einem „mittlerem Aneurysma“ und ab einer Größe von zehn Millimetern von einem „großen Aneurysma“.

Häufig treten diese Gefäß-Aussackungen in den Bifurkationen der intrakraniellen Arterien auf, begünstigt durch den vorherrschenden, oft erhöhten arteriellen Druck.

Man vermutet, dass zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen ein Aneurysma tragen. Die Häufigkeit tritt bei neun bis 15 Personen pro 100 000 pro Jahr auf. Oftmals handelt es sich um Zufallsbefunde, da unrupturierte Aneurysmen nur selten Beschwerden machen.

Betroffen sind etwas häufiger Frauen im mittleren Lebensalter. Als begünstigende Ursachen werden häufig eine positive Familienanamnese (elf Prozent) und gefäßschädigende Faktoren wie Rauchen (20 Prozent), arterieller Hypertonus (17 Prozent) und Alkoholabusus (elf bis 22 Prozent) genannt.

Cerebrale Aneurysmen treten in den meisten Fällen am Circulus arteriosus Willisii auf. Die A. communicans anterior und die A. cerebri aterior sind mit 40 Prozent statistisch am häufigsten betroffen.

Endovaskuläres Coiling

Häufig wird direkt im Anschluss an die diagnostische Panangioprafie die endovaskuläre Ausschaltung intrakranieller Aneurysmen durchgeführt. Hierbei werden unter permanenter Bildwandlerkontrolle eine oder mehrere Platinspiralen in das Aneurysmalumen eingebracht und ausgefüllt.

Seit den 1970er-Jahren wird diese kathetergestützte endovaskuläre Behandlungsmethode als eine mögliche Alternative zur Operation angewandt. Sie beruht auf dem Prinzip des endosakkulären „Packings“. Seit der Einführung der elektrolytisch ablösbaren Platinspiralen 1989 hat diese Therapiemethode entscheidende Fortschritte gemacht.

Die Entscheidung, ob zerebrale Aneurysmen durch die mikrochirurgische Operation oder das endovaskuläre Coiling behandelt werden können, trifft der Neurochirurg unter Berücksichtigung komplexer Faktoren wie:

  • Größe und Lage des Aneurysmas,
  • klinischer Zustand des Patienten,
  • Zeitpunkt der stationären Aufnahme nach Subarachnoidalblutung (SAB) und eventuell vorhandenem intrazerebralem Hämatom,
  • Erfahrung des Operateurs.

 

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Aus der Zeitschrift Im OP 4/2016

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