Lagekontrolle einer Ernährungssonde

Ist es ausreichend die Lagekontrolle einer Magensonde durch das Einblasen von Luft und Lokalisierung des Geräusches mit Stethoskop durchzuführen? Oder muss/soll zusätzlich ein PH - Indikationspapier benutzt werden?

CNE Experte Reinald Schmidt-Richter antwortet:
Durch die falsche Lage einer Ernährungssonde besteht die Gefahr, dass Flüssigkeit oder Nahrung in die Trachea gelangt und es dadurch zur Aspiration bis hin zur Aspirationspneumonie oder gar Erstickung kommen kann. Daher ist eine Lagekontrolle vor jeder Gabe essentiell wichtig. Prinzipiell möglich sind Aspiration mit Lackmustest, Einblasen von Luft mit Abhören per Stethoskop oder Röntgenkontrolle. Normalerweise sollte das Einblasen von Luft ausreichend sein. Wichtig ist dabei, dass das Blubbergeräusch sehr gut gehört wird und eine Verwechslung mit anderen (Darm-)Geräuschen ausgeschlossen ist. Die Kontrolle mit Lackmuspapier zeigt an, ob das Ende der Sonde im Magen liegt. Bei einer Duodenal- oder Jejunal-Sonde kann nicht unterschieden werden, ob die Sonde richtig liegt oder sich z.B. im Rachenraum aufgerollt hat. Eine sichere Kontrolle bietet das Röntgen, das aber sehr aufwändig und belastend für den Patienten ist.

In der Literatur werden die drei Methoden beschrieben, ohne dass eine Präferenz genannt wird. Für Ihren Fall schlage ich eine interprofessionelle Absprache vor, die unter Umständen zur Entwicklung eines entsprechenden Pflegestandards führen könnte.

Literatur
Elsbernd A, Wolke R. Verfahren und Instrumente einführen: Auf hohem Niveau. CNE.fortbildung; 2009, Ausgabe 4, Lerneinheit 13. Stuttgart: Thieme

Fickus P. Hrsg. Pflege von Menschen mit Sonden. CNE.fortbildung; 2009, Ausgabe 3, Lerneinheit 10. Stuttgart: Thieme

Kirschnick O. Pflegetechniken von A-Z. Stuttgart: Thieme: 2010