• Der normale Ablauf bei einer Lumbalpunktion sieht wie folgt aus: Der Rücken des Patienten wird dem Arzt zugewandt gekrümmt, der Kopf wird zum Brustkorb gedrückt, was oft die Atmung behindert. Die haltende Person steht in gebeugter Stellung.

     

So geht’s leichter!

In den Bereichen Onkologie und Neurologie sind Lumbalpunktionen fester Bestandteil von Therapie und Diagnostik. In der Regel werden die Patienten sediert, um die Schmerzen und Ängste gering zu halten. Trotzdem ist die notwendige Positionierung zur Weitstellung der Wirbelkörper sowohl für den Patienten wie auch für das haltende Pflegepersonal sehr anstrengend. Unsere Autorinnen haben einen Weg gefunden, der beiden Seiten Erleichterung verschafft.

Der normale Ablauf bei einer Lumbalpunktion sieht wie folgt aus: Der Rücken des Patienten wird dem Arzt zugewandt gekrümmt, der Kopf wird zum Brustkorb gedrückt, was oft die Atmung behindert. Die haltende Person steht in gebeugter Stellung. Ihre Rückenmuskulatur muss ihr eigenes Gewicht halten und zusätzlich den Patienten in seiner Position stabilisieren. Eine deutliche
schmerzhafte Anspannung im Rücken ist die Folge.

Im Rahmen unseres MH Kinaesthetics Zertifizierungskurses haben wir uns gefragt: Wie kann man die Position bei einer Lumbalpunktion in Seitenlage so gestalten, dass sie für alle Beteiligten weniger belastend ist? Wir haben das Kinaesthetics Konzept „Umgebung“ ausgewählt, um aus dieser Perspektive eine Idee zu entwickeln. Umgebung ist immer da. Wir nutzen sie, wenn sie passt, und wir müssen uns vermehrt anstrengen, wenn sie nicht passt. Aus diesem Grund haben wir die Umgebung des Patienten umgestaltet mit dem Ziel, die Anspannung und auch die Ängste des Patienten positiv zu beeinflussen und seine Atemsituation während der Prozedur zu erleichtern. Auch die Pflegenden sollen davon profitieren und eine Entlastung erfahren.

Zu Dreiecken gefaltete Handtücher werden unter dem Kopf und dem Brustkorb des Patienten platziert, sodass Hals-und Brustwirbelsäule auf einer Ebene in leicht gebeugter Stellung stabil liegen. Das zweite Handtuchdreieck unterstützt den Brustkorb, sodass für die Schultern ein Freiraum entsteht, wie im Foto zu sehen ist. Der Patient kann sich in dieser Seitenlage schon vor der Sedierung an ein Kissen oder eine Decke kuscheln, die er vor dem Brustkorb hat. Durch das Umarmen der Decke trägt der Patient sein Gewicht auch während der Sedierung selbst. Nun muss nur noch die Position gehalten, aber nicht der Patient in die Position bewegt und gehalten werden.

„So könnte ich glatt einschlafen“, war der Kommentar eines Patienten, der schon häufiger Lumbalpunktionen bekommen hatte und der unsere neue Idee mit uns ausprobiert hat. Ein Mädchen, das bisher noch keine Lumbalpunktion bekommen hatte, nahm beim Anblick der Handtücher intuitiv die gewünschte Position ein. „Das ist gemütlich“, war ihr Kommentar dazu. Für das Personal empfiehlt es sich, mit einem Bein auf dem Bett oder einem zusätzlichen Stuhl zu knien, um das eigene Gewicht zu stabilisieren und dadurch den Rücken zu entlasten.

Zur Implementierung unserer Erfahrungen und der Idee auf der Station haben wir für die Mitarbeiter ein Poster erstellt, das im Behandlungszimmer hängt. Bei Abteilungsbesprechungen und in Fortbildungssequenzen wird die Anpassung der Umgebung vorgestellt. Wir bieten zusätzlich Praxisbegleitungen an, damit wir gemeinsam mit unseren Kollegen die Situation nachstellen oder im Tun mit ihnen weitere Erfahrungen sammeln und Lösungen entwickeln. Besonders gefreut haben wir uns, dass unsere Idee Bestandteil des LPUnterrichts in der Kinderkrankenpflegeschule geworden ist.

Die Lumbalpunktion ist und bleibt keine angenehme Maßnahme. Mithilfe unserer Kinaesthetics-Kenntnisse konnten wir sie für alle Beteiligten erleichtern.

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